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Kann Liebe in einer Welt aus Algorithmen, Dating-Apps und optimierten Selbstpräsentationen noch gelingen? Nathalie Coursier geht dieser Frage in ihrem Erzählband "Rechts gewischt, links gelandet" auf den Grund - mit scharfem Blick, leisem Humor und einer Ehrlichkeit, die unter die Haut geht.
Fünf Geschichten, fünf Schicksale, fünf Versuche, in einer digitalisierten Gegenwart das zu finden, was Menschen schon immer gesucht haben: echte Verbindung. Da ist Tobias, der Unternehmensberater, der ein Date wie ein Strategieprojekt plant - mit Gesprächsstruktur, Bewertungsskala und Vier-Sekunden-Blickkontaktregel. Da sind Menschen, die wischen, klicken und optimieren, und dabei immer wieder an denselben unberechenbaren Momenten scheitern, die sich partout nicht in Checklisten fassen lassen.
Coursier besitzt die seltene Gabe, tragikomische Figuren zu erschaffen, die man gleichzeitig belächelt und tief versteht. Ihre Protagonisten sind keine Karikaturen, sondern Zeitgenossen - vertraut, fehlbar, auf der Suche. Die Autorin seziert den modernen Beziehungsmarkt mit feiner Ironie, ohne je zynisch zu werden. Stattdessen bewahrt sie einen warmherzigen Blick auf das Scheitern als zutiefst menschliche Erfahrung.
Der Erzählband ist besonders geeignet für alle, die selbst schon einmal durch endlose Profile gewischt haben und sich dabei gefragt haben, ob da draußen überhaupt noch jemand wirklich suchbar ist. "Rechts gewischt, links gelandet" macht keine falschen Versprechen - aber es tröstet auf die beste Art: indem es zeigt, dass wir mit unserer Ratlosigkeit nicht allein sind.
Nathalie Coursier schreibt über die Widersprüche des modernen Lebens - besonders über digitale Liebe und analoge Gefühle. Ihre Erzählungen erforschen, wie Menschen zwischen Optimierungsdrang und menschlicher Sehnsucht gefangen sind. Mit feinem Sarkasmus und psychologischem Scharfsinn zeichnet sie Porträts von Menschen, die versuchen, das Unplanbare zu planen. Coursier lebt für die Schnittstellen zwischen Technologie und Intimität, zwischen Apps und Authentizität. Ihre Geschichten sind Studien menschlicher Hoffnung in einer Welt der perfektionierten Oberflächen.