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Warum durchbohrte ein Frühmensch vor 75.000 Jahren in der Blombos-Höhle eine winzige Muschel, färbte sie mit rotem Ocker und trug sie um den Hals? Warum reibt sich ein Massai-Tänzer die Haut mit roter Erde ein? Warum träumten Aristokratinnen der Tang-Dynastie von weidenblattförmigen Augenbrauen, während europäische Adelshöfe sich mit giftigem Bleiweiß schminkten? In Die Codes der Schönheit (Les Codes de la Beauté) nimmt Nicolas du Comtat die Leser mit auf eine faszinierende, weltumspannende Reise durch 75.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Von den Venusfiguren der Altsteinzeit bis zu den modernen Schönheitskliniken in Seoul, von westafrikanischen Skarifizierungsritualen bis zum japanischen Wabi-Sabi dieses Werk erforscht das universellste und zugleich rätselhafteste Verhalten des Menschen: das existenzielle Bedürfnis, sich zu schmücken, Zeichen zu setzen und gesehen zu werden. Weit davon entfernt, ein oberflächlicher Trend oder ein triviales Phänomen zu sein, erweist sich Schönheit als eine codierte Sprache, eine Theologie, eine politische Waffe und ein unbestechlicher Spiegel unserer tiefsten Überlebensinstinkte. An der Schnittstelle von Kulturanthropologie, Evolutionsbiologie, Neurowissenschaften und Kulturgeschichte rüttelt dieses Buch an unseren Gewissheiten und beweist: Nichts an dem, was wir als schön empfinden, ist rein natürlich alles ist konstruiert, historisch gewachsen und zutiefst menschlich. Eine fesselnde Entdeckungsreise durch die Epochen und Kulturen auf den Spuren von Verlangen, Identität und dem Heiligen.