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Was verbergen die Wände alter Klöster? Was schweigen die Steine, die Jahrhunderte überdauert haben? Niklaus Ferrante begibt sich in seinem Erzählband *Echo der Kreuze* in die Zwischenwelt zwischen Glauben und Geheimnis, zwischen dem Sichtbaren und dem, was bewusst verborgen wurde.
Sieben Geschichten führen den Leser an Orte, die der Alltag vergessen hat: in katalanische Bergklöster, andalusische Dorfkirchen, romanische Kapellen am Rand von Pässen. Überall dort treffen Menschen auf Spuren, die sie nicht gesucht haben. Ein Restaurator legt unter alter Tünche ein Fresko frei und stößt dabei auf mehr als nur Farbe. Eine Archivarin findet in einem Konvolut mittelalterlicher Visitationsberichte gezielt entfernte Seiten. Ein Vermesser kartiert eine Nekropole und bemerkt, dass die Abstände zwischen den Kreuzen kein Zufall sein können.
Ferrante schreibt mit der Genauigkeit eines Sachbuchautors und der Geduld eines Handwerkers. Seine Sprache ist präzise, fast protokollartig an manchen Stellen, und genau darin liegt ihre Wirkung: Das Unheimliche entsteht nicht durch Ausrufezeichen, sondern durch das, was die Figuren nüchtern beobachten und sich nicht erklären können. Die Heiligen dieser Geschichten sind keine Tröster. Sie sind Zeugen.
Was macht diesen Erzählband besonders? Ferrante verzichtet auf übernatürliche Auflösungen. Die Rätsel, auf die seine Figuren stoßen, sind menschlicher Natur - entstanden aus Angst, aus Scham, aus dem Willen zur Kontrolle. Gerade deshalb wirken sie nach. Die Geschichte ist nicht vorbei. Sie wartet unter der Tünche.
*Echo der Kreuze* ist Literatur für Leser, die das Dunkle lieben, ohne dass es lärmt.
Niklaus Ferrante ist ein Autor, dessen Werk sich mit den verborgenen Geschichten religiöser Orte und ihrer historischen Lasten auseinandersetzt. Mit einem Hintergrund in Kulturgeschichte und mittelalterlicher Architektur erforscht er die Schnittstellen zwischen Glaube, Geheimnis und menschlicher Fragwürdigkeit. Seine Erzählungen verbinden sorgfältige Recherche mit psychologischer Tiefe und schaffen Räume, in denen das Übernatürliche und das Alltägliche kollidieren. Ferrante lebt zurückgezogen und widmet sich intensiven Rechercheprojekten an europäischen Kulturstätten. "Echo der Kreuze" ist sein Debütwerk.