Ödön Von Horváth

Sechsunddreißig Stunden

Ein Angestelltenroman aus der Weimarer Republik über Geldnot, Großstadtleben und soziale Kälte. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,6 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 92 Seiten
EAN 9788027355488
Veröffentlicht Dezember 2022
Verlag/Hersteller e-artnow
9,80 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Ödön von Horváths "Sechsunddreißig Stunden" verdichtet einen kurzen Zeitraum zu einem präzisen sozialen Panorama der späten Weimarer Republik. Im Mittelpunkt steht der kleine Angestellte oder Arbeitslose, dessen Alltag von Geldnot, Zufall, Begehren und gesellschaftlicher Unsicherheit bestimmt wird. Horváths Prosa ist knapp, dialogisch und von jener kühlen Ironie geprägt, die auch seine Volksstücke auszeichnet: Hinter scheinbar beiläufigen Sätzen treten Angst, Opportunismus und moralische Verarmung hervor. Das Buch steht damit im Kontext der Neuen Sachlichkeit, überschreitet deren nüchterne Beobachtung jedoch durch psychologische Schärfe und subtile Komik. Horváth, 1901 in Fiume geboren und in einem vielsprachigen mitteleuropäischen Milieu aufgewachsen, war ein genauer Beobachter bürgerlicher Fassaden und sozialer Abstiegsängste. Seine Erfahrungen im München und Berlin der Zwischenkriegszeit, die Wirtschaftskrise und das Erstarken autoritärer Denkweisen prägten sein Werk nachhaltig. "Sechsunddreißig Stunden" lässt erkennen, wie sehr ihn die Frage beschäftigte, was Menschen unter Druck aus ihrer Sprache, ihren Hoffnungen und ihren Beziehungen machen. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die literarische Gesellschaftsanalyse in konzentrierter Form schätzen. Horváth zeigt, ohne zu moralisieren, wie Geschichte im Alltäglichen wirksam wird. Gerade seine leise, präzise Darstellung macht den Text bis heute eindringlich und überraschend aktuell.