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Die grosse Saga über den Aufbruch in eine Welt, die keine Gnade kennt. Schweiz, 1819. Das Land liegt im Würgegriff von Hunger, Kälte und politischer Starre. Als der Werber Samuel Zbinden in den verrauchten Gaststuben von Freiburg und St. Gallen auftaucht, klingen seine Worte wie eine Verheissung aus dem Paradies: Land, Freiheit und Wohlstand unter der Sonne Brasiliens. Zweitausend Menschen - Bauern, Handwerker, Verzweifelte - setzen alles auf eine Karte. Sie verkaufen ihren kargen Besitz, verlassen die Gräber ihrer Ahnen und vertrauen sich einem Ozean an, der keine Fehler verzeiht. Unter ihnen ist der Uhrmacher Matthieu Vallon, der gegen den schleichenden Verfall seiner Existenz ankämpft. Mit seiner Frau Claire und seinem Sohn Luc wagt er den Sprung ins Ungewisse, nur um festzustellen, dass das Versprechen des Werbers auf tönernen Füssen steht. Auf der Überfahrt verschluckt der Atlantik die Ersten, und die, die ankommen, erwartet kein Garten Eden, sondern die unerbittliche "Grüne Hölle". In Nova Friburgo, einer Rodung im tiefsten Urwald, müssen sie lernen, dass die Erde hier anderen Regeln gehorcht. Während Matthieu versucht, die Ordnung seiner alten Welt mit Präzision und Disziplin aufrechtzuerhalten, wird Luc von der Wildnis und der fremden Sprache Brasiliens förmlich aufgesogen. Inmitten von Tropenfieber, verheerenden Bränden und dem Verrat der eigenen Anführer müssen die Siedler entscheiden: Klammern sie sich an eine Heimat, die sie längst vergessen hat, oder werden sie Teil eines Landes, das auf dem Rücken von Sklaven und dem Blut der Ureinwohner erbaut wird? Über zwei Jahrzehnte hinweg folgt Olivia Humbald den Spuren der Familien Vallon, Bernasconi und Aubert. Es ist eine Geschichte über den schmerzhaften Verlust der eigenen Identität und die Hoffnung, die selbst im roten Schlamm Brasiliens Wurzeln schlägt.
Olivia Humbald hat sich als Autorin der Aufgabe verschrieben, vergessene Kapitel der Schweizer Industriegeschichte literarisch aufzuarbeiten. Mit einem feinen Gespür für die sozialen Verwerfungen des 19. Jahrhunderts verwandelt sie akribische historische Recherchen in atmosphärische Erzählungen. Ihre Werke zeichnen sich durch eine tiefe Verwurzelung in der Schweizer Landschaft und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen vergangener Generationen aus.