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Das Buch, für das der Autor ins Zuchthaus musste.1894 erschütterte eine "himmlische Tragödie" das deutsche Kaiserreich. Oskar Panizzas "Das Liebeskonzil" galt als so gotteslästerlich, dass es sofort verboten und der Autor wegen Blasphemie zu einem Jahr Einzelhaft verurteilt wurde.Der Inhalt ist bis heute purer Sprengstoff: Im Himmel herrscht Ratlosigkeit. Gottvater ist ein tatteriger Greis, Jesus schwach, Maria intrigant. Unten auf Erden feiert der Borgia-Papst Alexander VI. Orgien, statt zu beten. Um die verdorbene Menschheit zu bestrafen, ohne sie gleich ganz auszurotten, geht der Himmel einen Pakt mit dem Teufel ein. Das Ergebnis dieses Deals ist eine Frau von atemberaubender Schönheit, die ein tödliches Gift in sich trägt: die Syphilis.
Oskar Panizza (1853-1921) - Das Enfant terrible des KaiserreichsLeopold Hermann Oskar Panizza war der wohl radikalste und umstrittenste Autor des wilhelminischen Deutschlands. Ursprünglich als Psychiater tätig, tauschte er das Skalpell gegen die spitze Feder, um die moralische Fäulnis von Kirche, Staat und Gesellschaft zu sezieren.
Sein Leben war ein ständiger Kampf gegen die Zensur. Mit seiner beißenden Satire "Das Liebeskonzil" (1894) provozierte er den größten Literaturskandal der Epoche. Das Ergebnis war ein Schauprozess, der ihn wegen "Gotteslästerung" für ein Jahr ins Zuchthaus brachte - eine bis dahin beispiellose Härte gegen einen Künstler, die ihn zum Märtyrer der Meinungsfreiheit machte.