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Otfried Höffe über Gelassenheit und innere Freiheit Die Moralistik ist eine enorm spannende und noch immer unterschätzte Tradition der europäischen Geistesgeschichte. Sie hat das Nachdenken über die Kunst des guten Lebens neu erfunden, ihm eine unverwechselbare Sprache gegeben und war über Jahrhunderte hinweg der vielleicht beste philosophische Lebensbegleiter, den man sich vorstellen kann. Otfried Höffe führt uns mit Bravour durch das Denken der großen europäischen Moralisten: von Seneca und Epikur über Montaigne, Pascal und Gracián bis zu Lichtenberg, Goethe, Schopenhauer und Nietzsche. Höffe zeigt, warum Moralisten gerade nicht moralisieren: Statt mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten, entlarven sie mit Scharfsinn, Witz und treffsicherem Spott unsere moralischen Selbsttäuschungen. Im Zentrum ihrer Denkweise steht ein realistisches Bild des Menschen und eine Lebensklugheit, die weniger auf die 'richtige' Überzeugung als auf die richtige Haltung setzt: Gelassenheit gegenüber dem, was sich nicht ändern lässt, und innere Freiheit mitten im Leben. Die Moralisten verbinden das scharfe Denken der Philosophie mit literarischer Eleganz und bringen so Gedanken hervor, die zugleich pointiert, alltagsnah und überraschend zeitlos sind.
Otfried Höffe ist Professor em. für Philosophie an der Universität Tübingen, Leiter der dortigen Forschungsstelle Politische Philosophie sowie Professor für Praktische Philosophie an der Tsinghua-Universität in Peking. Er arbeitet vor allem zur Ethik und politischen Philosophie sowie zu Kant und Aristoteles. Bei C.H.Beck sind zahlreiche Bücher von ihm erschienen, darunter: "Die hohe Kunst des Verzichts", "Die hohe Kunst des Alterns", "Immanuel Kant", "Kants Kritik der reinen Vernunft", (auch als Paperback) und "Kleine Geschichte der Philosophie". Höffe ist Träger des Bayerischen Karl-Vossler-Preises für wissenschaftliche Werke von literarischem Rang.