Blick ins Buch

Ozan Zakariya Keskink¿l¿ç

binde mich odysseus gleich an die ubahnstange

Gedichte
Buch (Hardcover), 96 Seiten
EAN 9783912550054
Veröffentlicht Oktober 2026
Verlag/Hersteller Elif Verlag
€ 22,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Vor über zwölf Jahrhunderten durchschritt der weiße Elefant Abul Abbas das Aachener Stadttor. Rund fünftausend Kilometer hatte das Tier zurückgelegt - von Bagdad bis ins fränkische Reich. Es war ein Geschenk des abbasidischen Kalifen Harun ar-Rashid an Kaiser Karl den Großen, begleitet vom jüdischen Kaufmann und Dolmetscher Isaak aus Narbonne. Wenige Jahre später verliert sich seine Spur in den Chroniken.
In binde mich odysseus gleich an die ubahnstange beschwört der Lyriker Ozan Zakariya Keskink-l-ç den Elefanten neu herauf. Er versetzt ihn ins urbane Berlin von heute, lauscht seiner geisterhaften Präsenz und entfaltet aus ihr ein vielstimmiges mythisches Panorama: -ahmaran, die verratene Schlangenkönigin, hinterlässt ein Testament aus Rache und Begehren, das geflügelte Reittier Burak setzt zur Nachtreise durch die Hasenheide an, Ischtar jagt in Hinterhöfen, Medea verbündet sich mit Tiamat und Ganymed lockt Zeus ins Hotelzimmer, während Dionysos die Tanzfläche unter Asche begräbt. Aus den Erzählwelten zwischen Mittelmeer und Mesopotamien treten Götter, Gestalten der Unterwelt und Liebespaare hervor und mischen sich unter die Gegenwart.
So entsteht eine vielsprachige Topografie aus sakraler Anrufung und popkulturellem Sampling, in der Mythen zu wuchern beginnen. Sie verlassen ihre Tempel, schlagen Wurzeln im Asphalt und treiben Blätter im Neonlicht.

Portrait

Ozan Zakariya Keskink-l-ç, geb. 1989, studierte in Wien, Berlin und Cambridge. Neben Gedichten schreibt er Hör- und Theaterstücke, Prosa, Kolumnen und Essays. 2022 erschien sein Lyrikdebüt Prinzenbad im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes im Verbrecher Verlag. Seine Texte werden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, in mehrere Sprachen übersetzt und in multimedialen Ausstellungen in Museen und Galerien präsentiert. Er war für den Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert und wurde mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet. Im September 2025 erschien sein Debütroman Hundesohn bei Suhrkamp, für den er den ZDF-aspekte-Literaturpreis und den Max-Frisch-Förderpreis der Stadt Zürich erhielt. Bei den 50.Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt wurde er für seinen Text Vater ohne Sohn mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Foto: Mirko Lux

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