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Die Verwertchemie Hertine war eine Tochterfirma der Dynamit Nobel AG (DAG). Das Werk im Ortsteil Welboth bei Teplitz-Schönau beschäftigte ab 1944 über 600 Jüdinnen eines neu gegründeten Außenlagers des KZ Flossenbürg sowie Kriegsgefangene aus Serbien und Frankreich und anderen Nationen in der deutschen Rüstungsindustrie bei der Herstellung und Befüllung von Bomben. Die Jüdinnen waren aus dem Großraum Budapest, Ostungarn, Transkarpatien sowie Nordtranssilvanien und Siebenbürgen nach Auschwitz deportiert worden. Sie kamen also auch aus Ungarn zugeschlagenen Gebieten der heutigen Slowakei, der Ukraine und Rumänien.Die Zwangsarbeit im Umgang mit Gefahrstoffen war nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch lebensgefährlich, denn mehrmals sollen Bomben detoniert sein. Auch eine Aufseherin wurde dabei getötet.Pascal Cziborra dokumentiert die Lagergeschichte erstmals umfassend und spürte den Schicksalen der KZ-Häftlinge und den auf dem örtlichen Friedhof in Rtyne nad Bílinou bestatteten Opfern des Buchenwalder Außenlagers Schlieben und des Arbeitserziehungslagers Osendorf mit vielen italienischen Gefangenen nach.Die Jüdinnen wurden von Kommandoführer Behr und Erstaufseherin Helmreich im April 1945 über das KZ Leitmeritz nach Theresienstadt evakuiert und im Mai mehrheitlich dort von sowjetischen Truppen befreit.
Der Forschungsschwerpunkt des Bielefelder Historikers Pascal Cziborra ist das KZ Flossenbürg und seine Außenlager für Frauen.