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Er ist Ende dreißig, Wahlberliner, und für das Geld in seinen Taschen und die Designerkleidung muss er nicht arbeiten. Das Leben könnte leicht sein. Wäre da nicht die Angst. Eine Angst vor Nähe, die seine 18-monatige Beziehung zum persönlichen Rekord in Sachen Intimität erhebt. Angst vor den Menschen im Allgemeinen, die jede Bahnfahrt zum potenziellen Nahtoderlebnis geraten lässt. Dagegen führt er Drogen und Medikamente, Zynismus und unverbindlichen Sex ins Feld. Seine Umgebung hält er auf Distanz, mit klug-negativer Weltsicht, mit Abwertung. Die anderen - sie sind wahlweise nuttig oder heuchlerisch, zu meinungsintensiv oder stillos. Nach der Trennung von seiner Partnerin begibt er sich auf eine rastlose Tour durch die Republik, weg von ihr und der eigenen Existenz. Vordergründig, um Bekannte zu besuchen, rauscht er auf Tauchfahrt unterhalb des eigenen Bewusstseins an allen vorbei - unnahbar, hart im Urteil, selten nüchtern. Von einem, der auszog, sich selbst zu verlieren und die Verfolger zu verwirren. Und was ist eigentlich mit dem Wetter los?
Pascal Kosig, geboren 1989, lebt als Schriftsteller in Berlin. Zuletzt erschien die Kurzgeschichtensammlung "Der Ruf der Leere" (2023). Auszüge einer früheren Fassung des vorliegenden Textes wurden u. a. in "Am Erker" und "erostepost" veröffentlicht.