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Die Maske unter den Blicken erzählt die Geschichte eines Mannes, der jeden Tag mit dem Gefühl lebt, von der Welt beobachtet und bewertet zu werden. Schon am Morgen kontrolliert er sein Erscheinungsbild mit einer fast mechanischen Genauigkeit: die Schultern, der Gang, die Jacke, das Lächeln. Nichts an ihm scheint zufällig, alles ist Ergebnis jahrelanger Selbstüberwachung. Er glaubt, nur dann sicher zu sein, wenn er vollkommen unauffällig bleibt.
Doch als er an diesem Tag das Haus verlässt, genügt ein einziger flüchtiger Blick einer fremden Frau, um seine mühsam aufgebaute Fassade ins Wanken zu bringen. Aus einer kleinen Unsicherheit wird ein Strudel aus Selbstzweifeln, in dem jeder Blick, jede Geste und jede zufällige Bewegung der Menschen um ihn herum zu einem Urteil über ihn wird. Während er versucht, normal zu wirken, beginnt sein Körper, seine Angst sichtbar zu machen: ein Brennen unter dem Auge, ein Tropfen Blut, eine Veränderung, die er nicht mehr kontrollieren kann.
Je weiter er geht, desto stärker verschiebt sich seine Wahrnehmung. Die Menschen scheinen ihn zu beobachten, zu meiden, zu fürchten. Sein Gesicht beginnt sich zu verändern, erst kaum merklich, dann unübersehbar. Die Haut spannt sich, die Zähne werden länger, und die Blicke der Passanten werden zu Spiegeln seiner inneren Zerrissenheit. Schließlich flieht er in eine Seitengasse, wo er seinem eigenen Spiegelbild gegenübersteht - einem Gesicht, das nicht mehr das seine ist, sondern die Form, die seine Angst ihm gegeben hat.
Die Maske unter den Blicken ist eine psychologische Kurzgeschichte über Selbstbild, Fremdwahrnehmung und die zerstörerische Kraft von inneren Stimmen. Sie zeigt, wie ein Mensch sich selbst verlieren kann, wenn er glaubt, dass jeder Blick der Welt ein Urteil ist - und wie aus Angst ein Monster entstehen kann, das nie im Außen existiert hat.
Paul Dinkelaker wurde 2008 geboren. MEHR infos folgen.