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Herman Grimm (1828-1901) war eine publizistische Großmacht. Er brachte den Essay nach Deutschland und trug als erster Professor für Neuere Kunstgeschichte der Berliner Universität entscheidend zur Kanonisierung Goethes und der großen Renaissancekünstler im Kaiserreich bei. Der Sohn Wilhelm Grimms und Neffe Jacob Grimms war eng verflochten mit der frühen Germanistik (Scherer, Dilthey). Als Schwiegersohn Bettine von Arnims nahm er Einfluss auf die Rezeption der Romantik. Er hat sich auch als Dichter und Zeichner betätigt und heute noch lesenswerte Novellen, einen Roman und zahlreiche Porträts und Karikaturen - auch als Comicstrip - hinterlassen. Dennoch liegt bislang weder eine Biographie noch eine Gesamtdarstellung in Buchform über Grimm vor. Sprengels Werk wagt als erstes den Brückenschlag zwischen Dichtung und Kunstgeschichte, zwischen Michelangelo- und Goethekult sowie zwischen Grimms Herkunft aus einer Märchenerzähler-Familie und seiner politischen Stellung nach 1871: als Anhänger der Hohenzollern und Parteigänger Treitschkes im Antisemitismusstreit. Es stützt sich durchgängig auf Archivmaterial und präsentiert zahlreiche unveröffentlichte Zeichnungen Grimms.
Peter Sprengel gelingen bei seinen Forschungen als emeritierter Professor der Freien Universität Berlin immer wieder aufsehenerregende Funde und Neuentdeckungen. So ist er führend an der Aufarbeitung der deutschen Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts beteiligt.