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Berlin, Februar 1873. Das junge Deutsche Kaiserreich tanzt im Rausch der Milliarden. Französische Kriegsentschädigungen fließen in Champagner, Villen und Aktien. Friedrich von Aspen, aufstrebender Bankier, hält die Konzession für eine neue Eisenbahnlinie in der Hand und glaubt, die Zukunft gehöre denen, die mutig genug sind, auf Papier zu bauen. Doch während in den Ballsälen des Tiergartenviertels getanzt wird, warnt der kühle Makler Bleichröder bereits vor dem Prinzip des noch größeren Narren. In Wien tobt das Fieber der Weltausstellung, und der Ingenieur Johann Krause sieht mit Entsetzen, wie Brücken und Hallen aus feuchtem Holz und gestrecktem Zement errichtet werden,finanziert von Scheinfirmen und leeren Versprechen. Als am 9. Mai der Schwarze Freitag die Wiener Börse in den Abgrund reißt, beginnt der Sturzflug. Kurse kollabieren, Banken schließen, und das Fundament, auf dem Friedrich sein Imperium errichtet hat, erweist sich als Luft. Während er verzweifelt nach Rettung sucht, erkennt seine Frau Helene, dass sie die Familie nur retten kann, wenn sie gegen die Gesetze einer Welt kämpft, die Frauen kein eigenes Vermögen und keine Stimme zugesteht. "Der Tanz auf dem Vulkan" ist ein atmosphärischer historischer Roman über Gier, Illusion und den Preis des Fortschritts. Er erzählt vom Gründerkrach 1873,der ersten großen Krise des modernen Kapitalismus - und von den Menschen, die auf dem Höhepunkt des Rausches den Boden unter den Füßen verloren.
Ralf von Stetten, geboren 1964 in Köln, ist ein Schriftsteller und Unternehmer. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit deutscher und europäischer Geschichte.