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Rebecca Welkens untersucht das Motiv der Tronie als eigenständige Darstellungsform des menschlichen Gesichts und analysiert ihre Funktionen, Rezeptionen und Verwertungsstrategien vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, erstmals unter dem Aspekt ihrer Medialität. Losgelöst von den traditionellen Kunstgattungen fungieren grafische Tronies als ein vielseitiges Instrument für die Darstellung künstlerischer Fähigkeiten (Stil, Motivik, Technik) sowie für die (Selbst-)Repräsentation. In der Arbeit werden Werke der Gebrüder Doetecum, Rembrandts, Jan Lievens' und ihren Nachfolger:innen erstmalig ins Verhältnis gesetzt, wodurch gezeigt werden kann, wie die Tronie zum festen Bestandteil der frühen Kunstmärkte wurde und welchen Bedeutungswandel das Motiv selbst durchlief.
Rebecca Welkens studierte von 2009 bis 2015 Kunstgeschichte und Kulturgutsicherung an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit November 2024 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "ForNet - Fälschungen und Netzwerke" an der Universität Heidelberg tätig. 2025 wurde die Dissertation mit dem Wolfgang-Ratjen-Preis des Zentralinstituts für Kunstgeschichte München ausgezeichnet.