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Fünf junge Sanitätsoffiziere, unter ihnen Jakob aus Estland, werden 1911 an die russisch-chinesische Grenze entsandt. Dort sollen sie einer Pestepidemie Einhalt gebieten - und stoßen auf das Grauen der Seuche, auf politische Zwänge und auf Entscheidungen, die ihr Leben unwiderruflich verändern. Pflicht, Angst und die Liebe zu einer Frau fordern ihren Preis. Zweiundzwanzig Jahre später begegnen sich zwei von ihnen wieder. Der eine ist für die medizinische Versorgung eines Gefängnisses verantwortlich, der andere sitzt dort ein: ein kommunistischer Agitator, gezeichnet von Haft, Ideologie und Vergangenheit. Zwischen ihnen stehen unausgesprochene Schuld, alte Loyalitäten und die Frage, was von den einstigen Überzeugungen geblieben ist.
Rein Raud verwebt Elemente seiner Familiengeschichte mit der Geschichte Estlands und zeichnet ein eindringliches Panorama von Unterdrückung und Freiheitsdrang, von politischer Verblendung und persönlicher Verantwortung - und von der Macht der Liebe, die ebenso retten wie zerstören kann.
Rein Raud (geb. 1961 in Tallinn) ist ein estnischer Autor und Kulturwissenschaftler. Er war Rektor der Universität Tallinn (2006-2011) sowie Professor für Japanologie an der Universität Helsinki. Nach seinem Lyrikdebüt 1981 veröffentlichte er vor allem Romane, darunter Die Rekonstruktion (2012), Der Tod des vollendeten Satzes (2015), Glocke und Hammer (2017), Der Letzte macht das Licht aus (2018). Sonnenschrift (2021) und Pestzug (2026). Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Friedebert-Tuglas-Novellenpreis und dem Jahrespreis des Estnischen Kulturkapitals.