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Franz Xaver Süßmayr liegt auf dem Wiener Friedhof St. Marx. Er lauscht den Stimmen der Besucher an seinem Grab, in dem sie die sterblichen Überreste Mozarts vermuten, dem Gesang der Vögel und dem Rauschen des Windes. In einem fortwährenden Monolog blickt Süßmayr auf sein Leben zurück, beschwört wichtige Orte, Ereignisse und Personen herauf, setzt sich mit seiner künstlerischen Leistung auseinander, legt Rechenschaft vor sich und der Nachwelt ab. Die Erinnerung an Kindheit und Jugend, an kurzlebigen Erfolg und langanhaltende Herabwürdigung, an Krankheit und Tod, an das Schicksal von Verwandten und Freunden wühlt ihn auf. Immer wieder kehrt er in Gedanken zu Mozart zurück, mit dem ihn ambivalente Gefühle verbinden: Die grenzenlose Verehrung für das Genie wird von Enttäuschung über dessen Spott begleitet, dem der Schüler, Kopist, Gehilfe oft genug ausgesetzt war. Zwischen Zweifel und Hoffnung, Bescheidenheit und Selbstbewusstsein hin- und hergerissen, sucht Franz Xaver Süßmayr nach einem, nach seinem Platz in der Musikgeschichte.
1947 geboren in Rastenberg/ Thr. 1966 Abitur in Weimar 1966- 1970 Studium an der Karl- Marx- Universität Leipzig 1975 Promotion A, Dr. phil. 1982- 1991 Handelshochschule Leipzig 1987 Promotion B, Dr. sc. phil. 1988 Dozent Nach der Wende Tätigkeit als freier Handelsvertreter und Angestellter im Außendienst. In dieser Zeit auch Beginn des Schreibens (Sprüche, Glossen, humoristische Texte) und erste Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften.