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Paris in den 1990ern. Ein Mietshaus voller Exzentriker, die anderswo keinen Unterschlupf finden. Einer von ihnen ist der iranische Exilant und Maler Yadollah. Mit seinem Pinsel geht er nachts den Geheimnissen des Lebens auf den Grund. Eines Tages taucht ein mysteriöser neuer Mitbewohner auf, und für Yadollah ändert sich alles. Reza Ghassemis düster-komischer Roman erzählt von den großen Themen unserer Zeit: vom Trauma der Entwurzelung, vom Leben im Exil und davon, was es bedeutet, ein zersprungenes Leben neu zusammenzusetzen.
Der iranische Exilant Yadollah schlägt sich im Paris der 1990er Jahre mühsam durch. Obwohl er das heruntergekommene Dachgeschoss mit reichlich anderen Parias teilt, beschränken sich Konflikte meist auf die Toilette. Als ein mysteriöser neuer Nachbar auftaucht, den sie unheilvoll «Prophet» nennen, wird die Welt von Yadollah und seinen Mitbewohnern auf den Kopf gestellt. Denn Prophet behauptet, göttliche Offenbarungen zu empfangen. Yadollah muss dabei zusehen, wie die nun folgenden Entwicklungen exakt einem Roman mit dem Titel Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters entsprechen, den er Jahre zuvor selbst geschrieben hat. Er versucht, die gemäß dem Buch drohenden Ereignisse abzuwenden - erfolglos. Zu allem Übel muss Yadollah sich nun auch noch vor den islamischen Todesengeln rechtfertigen und das Rätsel um seinen eigenen Mord lösen.
Reza Ghassemi, 1949 in Isfahan, Iran, geboren, lebt seit 1986 in Paris. Sein literarisches Werk umfasst Romane, Erzählungen und Theaterstücke, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ins Französische, Spanische, Englische und Arabische übersetzt. Zudem ist Reza Ghassemi ein renommierter Musiker, gilt als Meister der Setar und hat fünf Alben veröffentlicht. "Die nächtliche Harmonie des Holzorchesters" ist sein erster ins Deutsche übersetzter Roman. Mehr auf www.rezaghassemi.com. Sarah Kiyanrad unterrichtet iranische Kulturgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuvor hat sie an der Universität Heidelberg u.a. Persisch unterrichtet. Sie ist Übersetzerin aus dem Persischen und Dichterin, zuletzt erschien der Lyrikband "dorna" (2023). 2024 erhielt sie den Förderpreis der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, 2025 war sie Finalistin beim Irseer Pegasus.