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Richard Hillarys "Der letzte Feind" ist eine der eindringlichsten literarischen Memoiren, die aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen sind, und schildert seinen Werdegang vom Oxford-Studenten und selbstbewusst-romantischen Kampfpiloten zum schwer verbrannten Überlebenden der Luftschlacht um England. Das in kühler, klarer Eleganz verfasste Buch verbindet Kriegsberichterstattung, psychologische Selbstreflexion und moralische Hinterfragung. Sein Titel, der auf den Apostel Paulus zurückgeht, fasst den Krieg nicht bloß als patriotische Prüfung, sondern als Begegnung mit Sterblichkeit, Eitelkeit, Mut und spiritueller Unsicherheit. Hillary wurde 1919 in Australien geboren, erhielt seine Ausbildung in England und studierte am Trinity College in Oxford, als er sich der Royal Air Force Volunteer Reserve anschloss. Als Pilot eines Spitfire beim 603. Geschwader wurde er 1940 abgeschossen und unterzog sich einer bahnbrechenden rekonstruktiven Operation unter Archibald McIndoe, wodurch er mit dem "Guinea Pig Club" der verbrannten Flieger in Verbindung gebracht wurde. Diese Erfahrungen verliehen seiner Prosa ihre ungewöhnliche Autorität: Er schreibt sowohl als Beteiligter als auch als Zeuge, vom Schmerz gezeichnet und doch widerstandsfähig gegenüber billiger Heldentum. Dieses Buch ist für Leser von Kriegsliteratur, Memoiren und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts sehr zu empfehlen. Es bietet nicht nur einen Bericht über Luftkämpfe, sondern eine tiefgründige Reflexion über Jugend, Opferbereitschaft und die Kosten des Idealismus im modernen Krieg.