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Warum tun wir Dinge, von denen wir längst wissen, dass sie uns nicht helfen? Warum wiederholen sich Streit, Kontrolle, Rückzug oder vorschnelles Handeln, obwohl wir es beim nächsten Mal anders machen wollten?
"Warum wir tun, was wir nicht wollen" geht diesen Fragen nach, ohne menschliches Verhalten auf Willensschwäche, Charaktereigenschaften oder einfache Ursachen zu reduzieren.
Anhand der Geschichte von Nora, Paul und Noras Mutter wird sichtbar, wie Wahrnehmung, Körper, frühere Erfahrungen, Beziehungen und konkrete Lebensbedingungen gemeinsam dazu beitragen, dass manche Reaktionen immer wieder erstaunlich naheliegend werden. Gute Vorsätze allein verändern solche Dynamiken oft nicht, weil Verhalten nicht erst in dem Augenblick beginnt, in dem wir bewusst darüber nachdenken.
Das Buch verbindet eine fortlaufende Erzählung mit vier aktuellen wissenschaftlichen Perspektiven: Synergetik und Selbstorganisation, Predictive Processing, Active Inference sowie Enaktivität und verkörperte Kognition. Sie zeigen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie stabile Muster entstehen, wie Erwartungen Wahrnehmung prägen, wie Handlungen ihre eigenen Rückmeldungen erzeugen und weshalb Veränderung eine passende soziale und materielle Umgebung braucht.
Dabei entsteht keine neue Supertheorie und keine Sammlung vermeintlicher Veränderungstricks. Die Modelle bleiben Landkarten - hilfreich, solange sie Menschen nicht auf Begriffe reduzieren.
Das Buch zeigt vielmehr, wie Veränderung möglich werden kann, wenn neben der vertrauten Reaktion tatsächlich eine andere Fortsetzung erreichbar wird: im Körper, im Denken, in Beziehungen und in der konkreten Situation.
Für Menschen, die sich über ihre eigenen wiederkehrenden Muster oder die ihrer Mitmenschen wundern - und für professionelle Begleiter, die komplexe Veränderungsprozesse genauer verstehen möchten.
Richard Kammermeier ist Diplom-Ingenieur (BA) für Technische Informatik und arbeitet seit 1994 als Trainer, Berater und Coach. Seine Arbeit verbindet systemische und hypnosystemische Perspektiven mit ressourcen-, körper- und traumasensiblen Ansätzen. Im Mittelpunkt stehen Selbstorganisation, Lernen und professionelle Prozessbegleitung - insbesondere die Frage, unter welchen Bedingungen Menschen wieder Zugang zu eigenen Möglichkeiten und Handlungsspielräumen finden. Coaching und Beratung grenzt er klar von Psychotherapie und Heilkunde ab.