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Robert Walsers Meisterwerk der Schweizer Literatur über das Gehen und die Poesie des Alltags
Ein Werktag in irgendeiner Vorstadt - gar nichts Besonderes, aber welche Fülle an Eindrücken bietet sich hier: Leute, Geschäfte, Reklame, Tiere, Automobile. Der hier durch sein Quartier flanierende Schriftsteller, 'ein besserer Strolch, feinerer Vagabund', ist ein Meister der genauen Beobachtung. Seine bezaubernden, voller Sprachlust entwickelten Spaziergangsgedanken verdichten sich zu einer Poetik des Unscheinbaren und laden dazu ein, den eigenen kleinen Kosmos näher zu erkunden.
Robert Walser (1878-1956), als Sohn eines Buchbinders im schweizerischen Biel geboren, war zunächst Bankangestellter, lebte dann acht Jahre als freier Schriftsteller in Berlin, bevor er in die Schweiz zurückging und dort u.a. als Archivar arbeitete. 1929 wurde er erstmals als schizophren in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, 1933 bis zu seinem Tod lebte er in der Heilanstalt Herisau. Charakteristisch für seine autobiografisch gefärbten Romane, Erzählungen und Kurzprosa sind die analytische Beobachtungsgabe und die Vorliebe für Wortspiele voller Wirtz und skurriler Ironie.