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In der Manhattan-Siedlung stehen die ersten Hochhäuser der Stadt. Überragt werden sie nur von den Karawanken; oben, auf dem Kamm, verläuft die Grenze zwischen Österreich und Jugoslawien. Isabella war das außergewöhnlichste Mädchen in der Manhattan-Siedlung, und jetzt ist sie tot. Angeblich hat sie sich erhängt. Davor hat sie dem Ich-Erzähler noch eine Platte geborgt: Imagine von John Lennon. Isabella war seine erste große Liebe. Kurz nach Isabella stirbt Tito. Über seinen Tod wird in der Kärntner Kleinstadt mehr gesprochen als über den der Vierzehnjährigen - allzu präsent ist die Angst, dass die jugoslawische Volksarmee über die Karawanken einfällt. Und die Angst, dass aus dem Kalten ein heißer Krieg wird, unter Einsatz der neu entwickelten Neutronenbombe womöglich. Led Zeppelin und David Bowie, neue Highscores beim Stratofortress-Flipper und dicke Rauchwolken der Smart-Zigaretten verhüllen das Unbehagen der Jugendlichen ein wenig, das sich speziell beim Ich-Erzähler in der Frage kanalisiert: Warum hat Isabella sich umgebracht? Der Blick auf die 1980er Jahre ist ein Blick in den Spiegel. Viele Themen von damals, seien es politische oder ökologische, sind die Themen von heute. Robert Woelfl legt mit seinem Romandebüt Manhattan ein authentisches, schnörkellos geschriebenes Zeitbild aus der Sicht eines Teenagers vor, das nicht nur Kinder der 80er in seinen Bann ziehen wird.
"Robert Woelfl wurde 1965 in Villach geboren. Er studierte Bildhauerei am Mozarteum Salzburg und anschließend an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Oswald Oberhuber, Ernst Caramelle und Roy Ascott. Seit 1991 ist er als freier Schriftsteller tätig. Von 2011 bis 2025 lehrte er am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 2012 leitet er das Festival Österreichische Hörspieltage im Literaturhaus Krems, und seit 2019 ist er Präsident des Verbandes der Dramatiker und Dramatikerinnen. Zahlreiche seiner Theaterstücke erschienen im S. Fischer Verlag. Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem der Preis beim Literaturwettbewerb "Floriana" - Biennale für Literatur (2020), der Autorenpreis der deutschsprachigen Theaterverlage (2001) und der Reinhold-Lenz-Preis für neue Dramatik (2000)."