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Seit der Ablösung der Kolonialmacht Frankreich durch England ringt die frankokanadische Provinz Bas-Canada um ihre (kulturelle) Autonomie. In drei Fallstudien untersucht der Autor herausragende Momente der Suche nach literarischer Selbständigkeit, die durch die kreative Anverwandlung internationaler Schreibweisen erreicht wird. Im 19. Jahrhundert schottete sich Frankokanada - nie jedoch vollständig - von realistischen und naturalistischen Stiltendenzen ab. Gleichzeitig entstand neben dem roman de la terre der Stadtroman als eigenständige Gattung. Nach der «Révolution tranquille» erreicht die Littérature québécoise ein Stadium umfassender Autonomie: Der Roman Les fous de Bassan von Anne Hébert läßt die eigenständige Weiterentwicklung von modernen Erzählverfahren erkennen, wie sie Faulkner in The Sound and the Fury prägte.
Der Autor: Rolf Lohse, geboren 1964, Studium der Romanistik, Anglistik und Filmwissenschaft in Berlin, Toulouse und Paris. Promotion mit einer Arbeit über das Komische im Werk des französischen Humoristen Pierre-Henri Cami. Lehre an der TU Berlin sowie den Universitäten Koblenz, Göttingen und Montréal. Publikationen zur italienischen, französischen, frankokanadischen und US-amerikanischen Literatur sowie zur Film- und Medienwissenschaft.
Aus dem Inhalt : Realismus und Naturalismus in Frankokanada unter der Zensur - Die erzählte Stadt in Frankokanada von 1846 bis 1934 - Emanzipierte Internationalität: Anne Hébert und William Faulkner.