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Dezember 2009. Wir verschiffen unseren Expeditions-LKW nach Nordafrika. Winter in Tunesien, ein paar Wochen Sonne und raus aus dem deutschen Winter, das war der Plan. In Gabès treffen wir auf dem Campingplatz eine geführte Reisegruppe auf ihrem Weg nach Südafrika. Eines ihrer Fahrzeuge hat Probleme und die Besitzer müssen die Reise abbrechen. Kurzentschlossen formen wir ein neues Team, finden den Fehler am Fahrzeug und begeben uns gemeinsam auf die Strecke, die ursprünglich mit der großen Reisegruppe geplant war. In Ägypten müssen wir eine Entscheidung treffen - geradeaus weiter und nach der Umrundung des Mittelmeeres zurück nach Deutschland, oder irgendwann rechts abbiegen und den Schritt wagen, mit Unbekannten von oben bis unten durch Afrika zu fahren. Wir entscheiden uns für das Abenteuer. Vor uns liegt die gesamte afrikanische Ostroute durch den Kontinent bis hinunter nach Kapstadt, eine Route, die heute aus politischen Gründen gar nicht mehr machbar ist. Wir fahren los, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie sich die Reise entwickelt. Wir sind nicht vorbereitet auf dieses Abenteuer, und uns fehlt alles, was erfahrene Afrikafahrer nach monatelanger Vorbereitung für eine solche Tour mit sich führen. Vorsichtig bewegen wir uns von Ort zu Ort, sammeln Informationen von anderen Reisenden, durchforsten das Internet nach Tipps und sind plötzlich mittendrin in unserem afrikanischen Abenteuer. Immer wieder wurden wir gefragt, ob eine solche Reise gefährlich ist. Wir haben Krisengebiete durchfahren, wie zum Beispiel den Sudan, in dessen Süden während unserer Reise ein Bürgerkrieg ausbrach, der heute noch nicht beendet ist. Wir sind weitergefahren, aber wir waren vorsichtig, haben gefragt, gewartet, sind stehengeblieben und manchmal umgedreht. Wir lernten, Situationen einzuschätzen, die uns zu Hause niemals passieren würden. In der Frage nach der Gefährlichkeit des Unterfangens schwang aber noch etwas anderes mit. Man bewunderte uns für den Mut, aufzubrechen ins Ungewisse. Für mich aber fühlte sich das damals anders an. In diesem riesigen Kontinent unterwegs zu sein und weiterzufahren, solange es ging, war am Ende einfacher als umzukehren mit der Gewissheit, dass es da draußen diese große Welt gibt, und die Chance verpasst zu haben, das alles mit eigenen Augen zu sehen. Wir sind losgefahren. Die Reise in einem kleinen Team mit gegenseitigem Rückhalt hat sich ergeben. Und am Ende kam alles anders. Davon berichtet dieses Buch.
Die Autorin arbeitet beruflich daran, digitale Produkte für Menschen benutzbarer zu machen. Auch das Reisen zwingt sie, die eigenen Annahmen loszulassen und unvoreingenommen hinzuschauen. Sie findet, dass beides gut zusammengeht. Ihr Mann Bodo ist dabei - als Fahrer, Mitdenker und einzige Person, mit der ihre Abenteuer wirklich Sinn machen.