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Was geschieht, wenn die Engel streiken - und niemand es dem Sohn Gottes sagt?
Severin Holls Roman "Jesus weiß von nichts" entführt den Leser in einen Himmel, der wie eine überlastete Behörde funktioniert: mit Memos, die niemand beantwortet, Formularen in vierfacher Ausfertigung und Kronleuchtern, deren Sicherheit seit Jahren ungeklärt ist. Im Mittelpunkt steht Gabriel - pflichtbewusster Erzengel, Verfasser von Tausenden unbeantworteter Memos und stiller Zeuge einer himmlischen Revolution, die er weder gutheißen noch aufhalten kann.
Als der charismatische Uriel die Engelsschar zum Streik bewegt, bricht die göttliche Verwaltung zusammen. Wunder bleiben unvollbracht, Todesberichte stapeln sich auf verlassenen Schreibtischen, und der Sohn Gottes ahnt von alledem: nichts. Mit trockenem Witz und feiner Beobachtungsgabe zeichnet Holl eine himmlische Bürokratie, die sich in ihrer eigenen Struktur verloren hat.
Dieser Roman besticht durch seinen unverwechselbaren Ton - lakonisch, präzise und zutiefst komisch. Die religiöse Kulisse wird dabei nie zur Blasphemie, sondern dient als perfekte Bühne für eine zeitlose Satire über Machtstrukturen, Mitbestimmung und die stille Verzweiflung derer, die alles am Laufen halten, ohne jemals gehört zu werden. Gabriel ist kein Held - er ist der Kollege, den jeder kennt und den niemand fragt.
Für Leser, die Terry Pratchett lieben oder sich jemals in einem sinnlosen Meeting wiedergefunden haben.
Severin Holl wuchs in einer Familie auf, in der Geschichten wichtiger waren als Regeln. Mit einem wachen Sinn für das Absurde im Alltäglichen entwickelte er früh eine Vorliebe für Erzählungen, die etablierte Ordnungen hinterfragen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen feinsinnigen Humor und die Fähigkeit aus, tiefe philosophische Fragen in unerwarteten Kontexten zu verhandeln. Holl lebt zurückgezogen und schreibt über die Ränder menschlicher Erfahrung - jene Momente, in denen das Ungesagte lauter spricht als jedes Wort. Seine Romane erforschen, was passiert, wenn niemandem etwas gesagt wird.