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Der deutsche Kita-Sektor ist seit Beginn des 21. Jahrhunderts enorm expandiert und wurde mit dem Plädoyer für eine universelle frühkindliche Bildung zum großen Hoffnungsträger. Inzwischen dominieren jedoch Krisendiagnosen. Die Autor*innen geben einen Überblick über die Fachdebatte und analysieren im Rückgriff auf Fallstudien die Kernprobleme der (frei nach A. Huxley) optimierten 'schönen neuen Kita-Welt' aus einer soziologischen Perspektive. Sie verdeutlichen, inwiefern eine teils inkonsistente Erwartungskultur im Umfeld zu Überfrachtung von Organisationsagenden führt und beim Personal - trotz wachsender Professionalitätsansprüche - in Konfusion münden kann. Dadurch zeigen sich auch die tiefer liegenden Ursachen der 'Kita-Misere' jenseits eines bloßen 'Fachkräftemangels'.
Sigrid Betzelt (Dr. phil.), geb. 1963, ist Professorin für Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationssoziologie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Wohlfahrtsstaats- und Genderregimes, Wandel und Organisation von Arbeit und Erwerbsstrukturen, soziale Dienstleistungen, ihre Organisation und wohlfahrtsstaatliche Steuerung.