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Wer gehört zum Sozialstaat - und wie wird migrationspolitisch über Zugehörigkeit entschieden? Simon Sperling nimmt Grenzziehungen ab den 1990er Jahren in den Blick und fokussiert auf die sogenannte Flüchtlingskrise. Im Zentrum steht eine prognostische Begründungsfigur, wonach 'Humankapitalinvestitionen' nur für jene rentabel seien, die dauerhaft bleiben. Die Fallstudien zu Sozial-, Integrations- und Asylpolitik zeigen jedoch: Oft geht es bei den Bleibe(rechts)prognosen nicht um Exaktheit, sondern um die Absicherung von Hierarchien. Das darauf entwickelte kritisch-realistische Modell zur Erklärung sozialer Kategorisierungen verbindet Staats-, Migrations- und Ungleichheitsforschung mit einer Analyse neoliberaler Transformation.
Simon Sperling (Dipl. sc. pol. Univ.), geb. 1990, lehrt an der Hochschule München. Er war Stipendiat des Promotionskollegs 'Migrationsgesellschaftliche Grenzformationen' und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück. Seine Schwerpunkte sind Migrationsforschung, Sozialstaat, Staatstheorie, politische Soziologie, soziale Ungleichheiten und Soziale Arbeit.