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Was bedeutet es, wenn der Körper weiß, was der Verstand noch nicht zugeben will? Solveig Harstads außergewöhnlicher Erzählband "Das Erbe der Erde - Sieben Geschichten über das Wissen der Körper" kreist um genau diese Frage und verwebt dabei Mythen, Kulturen und Zeiten zu einem Werk von einzigartiger Dichte und Schönheit.
Sieben Erzählungen, sieben Welten: Haarstad greift in ihrem Debüt auf überlieferte Stoffe aus verschiedenen Kulturen zurück und macht sie zu etwas radikal Gegenwärtigem. Im Mittelpunkt jeder Geschichte steht ein Körper, der entscheidet - bevor die Sprache es tut. Ein Körper, der schwimmt, der schweigt, der aufbricht. So führt uns die erste Geschichte, "Das Lied auf dem Wasser", in die Welt der maorischen Überlieferung, folgt Hinemoa ans Ufer des Rotorua-Sees und begleitet sie durch die Spannung zwischen Gehorsam und Sehnsucht, zwischen väterlicher Ordnung und dem Ruf einer Melodie, die jede Nacht über das Wasser trägt.
Harstads Prosa ist von ungewöhnlicher Präzision: Sie schreibt langsam und genau, lässt Pausen wirken, vertraut dem Detail. Ein Geruch nach Schwefel und Erde. Ein Handgelenk, das losgelassen wird, ohne Spur zu hinterlassen. Sechs Kalebassen in der Dunkelheit. Diese Bilder setzen sich fest - nicht weil sie laut sind, sondern weil sie tief gehen.
Das Buch ist zugleich Erkundung des Körpers als Ort des Wissens und des Widerstands. Es fragt, was wir tragen, ohne es zu benennen. Was wir erben von der Erde, von den Ahnen, von denen, die vor uns waren. Und was wir trotzdem loslassen müssen, um zu werden, wer wir sind.
"Das Erbe der Erde" ist ein Buch für alle, die Literatur suchen, die traut, die stillehalten kann und trotzdem bewegt. Für Leserinnen und Leser, die bereit sind, sich einzulassen auf Stimmen aus anderen Kulturen - und darin das Eigene wiederzufinden.
Solveig Haarstad schreibt über die verborgenen Geschichten von Körpern und Landschaften. Ihre literarische Arbeit erforscht, wie körperliches Wissen durch Generationen weitergegeben wird - durch Bewegung, Sinne und die subtilen Sprachen, die Worte übersteigen. Mit einem besonderen Interesse für kulturelle Traditionen und ihre gegenwärtigen Echos entwickelt sie Erzählungen, die Vergangenheit und Gegenwart verflechten. Solveig Haarstad lebt in Deutschland und konzentriert sich auf das Schreiben von intensiven, sinnlich verdichteten Prosa-Arbeiten.