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In den späten fünfziger Jahren muss der kleine Simon aus der Obhut seiner Großeltern mit seiner Mutter aufs Dorf ziehen. Dort ist er lang Außenseiter, der Zugezogene. Außerdem haben alle Kinder im Dorf einen Vater, nur er nicht. Denn die Ehe seiner Eltern ist nach anfänglicher Verliebtheit schnell gescheitert, mit der ungewollten Schwangerschaft kommen die beiden noch sehr jungen Menschen nicht zurecht, wie sich aus Rückblenden in Form von Briefen ergibt. Was sie sich schreiben, zeugt mehr und mehr von ihrer seelischen Not. Das Unglück der Eltern spiegelt sich in den Schwierigkeiten des Jungen, der sich dann aber nach und nach in die Dorfgemeinschaft einlebt. Fixpunkt ist sein Freund Proto, der eigentlich Fritz heißt und bei dem zu Hause es - große Seltenheit im Dorf - einen Fernseher gibt. So erschließt sich den beiden Jungen auch die Welt jenseits des Dorfes. Bis dann der blaue Sommer alles zu verändern scheint ... In einer längst vergangenen Welt lässt Stefan Klein seinen kleinen Protagonisten aufwachsen - und entdecken, was das Leben ausmacht und wie es ist, mit Schuld umzugehen.
Stefan Klein, 1950 in Tecklenburg geboren, war Journalist bei der »Süddeutschen Zeitung« und dem »Spiegel«. Er arbeitete als Korrespondent in Nairobi/Kenia, in Singapur und London. Stefan Klein wurde zweimal für zeitkritische Reportagen mit dem Egon Erwin Kisch-Preis ausgezeichnet. Er hat mehrere Bücher verfasst, zuletzt »Boko Haram: Terror und Trauma, die entführten Mädchen von Chibok erzählen« (Kunstmann).