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Der Nobelpreis ist eine Bühne der Weltgeltung - und Bayern einer seiner erstaunlich konstanten Schauplätze. Seit 1901 führt eine stetige Spur von München, Würzburg und Erlangen bis nach Stockholm: von frühen Durchbrüchen in der Physik, Chemie und Medizin über literarische Meisterwerke und friedenspolitische Auszeichnungen bis hin zur spektakulären Spitzenforschung der Gegenwart. Rund 80 Nobelpreisträger sind biografisch unmittelbar mit Bayern verbunden - unter anderem Röntgen, Willstätter, Einstein, Mann und Heisenberg, später Mößbauer, Lynen, Fischer und Krausz. Ihre Lebenswege erzählen von Aufbrüchen und Krisen, von Erkenntnis und Verantwortung. Der Nobelpreis ehrt indes nicht nur individuelle Genialität; er legt über seine Laureaten gleichsam seine Voraussetzungen frei: Netzwerke, Institutionen, Schulen, Ressourcen und bisweilen Zufälle. So wird sichtbar, wie Bayern zu einem Labor der Moderne wurde.
Stefan März, Dr. phil., ist Historiker und Autor. Er arbeitet im Wissenschaftsmanagement an der Ludwig-Maximilians- Universität München. In seinen Publikationen beschäftigt er sich mit der politischen, kulturellen und intellektuellen Geschichte Bayerns vom 19. bis ins 21. Jahrhundert.