Stefan Zweig

Amerigo

Wie ein historischer Irrtum, Reiseberichte und Renaissance-Kartographie der Neuen Welt ihren Namen gaben. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,4 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 48 Seiten
EAN 9788028349479
Veröffentlicht Dezember 2023
Verlag/Hersteller Sharp Ink
7,80 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Amerigo entfaltet die Geschichte eines folgenreichen Namensirrtums: Nicht Kolumbus, der Entdecker, sondern Amerigo Vespucci gab der Neuen Welt ihren Namen. Zweig rekonstruiert mit erzählerischer Eleganz, wie Reiseberichte, Drucker, Kartographen und gelehrte Missverständnisse zusammenwirkten, bis Martin Waldseemüllers Karte von 1507 eine historische Zufälligkeit fixierte. Zwischen Essay, Biographie und kulturgeschichtlicher Miniatur verbindet das Buch philologische Genauigkeit mit dramatischer Zuspitzung. Stefan Zweig, 1881 in Wien geboren, war ein europäischer Humanist, Meister psychologischer Porträts und sensibler Chronist geistiger Wendepunkte. Seine Exilerfahrung, seine Beschäftigung mit Ruhm, Verkennung und dem Wirken des Zufalls prägten auch Amerigo. In den letzten Lebensjahren, fern von Europa und besonders von Brasilien aus auf die Geschichte der Entdeckungen blickend, fand Zweig im Schicksal Vespuccis ein Gleichnis für die Macht der Überlieferung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Geschichte nicht als starre Abfolge von Fakten, sondern als spannungsreiches Gewebe aus Dokumenten, Interessen und Irrtümern verstehen möchten. Amerigo ist knapp, gelehrt und glänzend komponiert: eine Einladung, über Entdeckung, Benennung und historische Gerechtigkeit neu nachzudenken.