Zwischen Versorgungsbau und Staatsdenkmal. Zur Funktionalität und Repräsentativität der claudischen Grossbauprojekte - Stephan Dombrowsky

Stephan Dombrowsky

Zwischen Versorgungsbau und Staatsdenkmal. Zur Funktionalität und Repräsentativität der claudischen Grossbauprojekte

eBook Ausgabe. 1. Auflage
eBook (pdf), 109 Seiten
EAN 9783668223370
Veröffentlicht Mai 2016
Verlag/Hersteller GRIN Verlag

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Beschreibung

Masterarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Archäologie, Note: 5.5, Universität Bern (Institut für Archäologische Wissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Den Kern der Arbeit bildet die Frage nach der Rolle kaiserlicher Ingenieurbauten und Grossbauprojekte und deren Aussagekraft im kaiserlichen Bauprogramm - wobei hier mit Programm lediglich die Gesamtheit der Bauten und keine übergeordnete Idee oder Botschaft gemeint sein soll - und inwiefern sie bisherige Ergebnisse bestätigen oder verwerfen können. Ihre Funktion und Wirkung soll auf mehreren Ebenen, zwischen Versorgungsbau und Staatsdenkmal, diskutiert werden.
Konkret ergeben sich folgende Fragen: Welche kaiserlichen Bauten aus claudischer Zeit sind nachweisbar? Welcher der drei genannten Gruppen kann man sie zuordnen? Wie stark sind die Grossbauprojekte von Staatsdenkmälern und Volksbauten wirklich abzugrenzen? Wie deutlich sind Funktionalität und Repräsentation dort trennbar? Wie lassen sich die Bauten auf Claudius und seine Herrschaft beziehen? Lässt sich ein übergeordnetes Programm erkennen?
Kaum ein Kaiser Roms kann in der Überlieferung einen solch einzigartigen Charakter aufweisen wie Claudius. Während ein Nero stets als böse und ein Augustus als gut bezeichnet werden kann, um es für einmal ganz plump und verallgemeinert auszudrücken, weiss man bei Claudius nicht so recht, woran man ist. Beruft man sich auf die antiken Quellen, so zeichnen diese zwar im Grossen und Ganzen ein deutlich negatives Bild, doch ist es abgesehen davon dennoch schwer zu fassen.
Seine 'schlechten' Taten, wie die zahlreichen Hinrichtungen (vermeintlicher) politischer oder persönlicher Gegner, werden in gewisser Weise relativiert. Fast entschuldigend dafür, so mag es dem Leser der Quellen zumindest erscheinen, wird der Charakter des Herrschers beschrieben. Als eine Mischung aus trottelig, dumm und wahnsinnig wird er beschrieben und obwohl ihn das gefährlich macht, scheint er doch nicht ganz Herr seiner Taten zu sein und somit in gewisser Weise beinahe mehr Opfer als Täter. Ganz subjektiv gesprochen, muss man Claudius irgendwie gern haben.
Die moderne Geschichtsschreibung hat das Bild des Kaisers natürlich relativiert, doch hielt sich das Bild des Verlierers recht lange. Und wenn auch heute mit mehr wissenschaftlicher Objektivität gearbeitet wird, so sind die Urteile über diese historische Persönlichkeit alles andere als einheitlich. Wie zu Beginn erwähnt, kommt der archäologische Befund hinzu, welcher im Gegensatz zu der schriftlichen Überlieferung steht. Diesem Befund soll sich nun auch die folgende Arbeit widmen.

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