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Warum und wie sollten wir über Asien sprechen? Vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts und aktueller globaler Entwicklungen untersucht Sun Ge Asien als Denk- und Erfahrungskategorie. Sie zeichnet nach, welche Bedeutungen und Funktionen der Begriff im Spannungsfeld symbolischer und materiell-räumlich orientierter Konzepte seit der Moderne angenommen hat und wie er sowohl für Vorherrschaftsansprüche instrumentalisiert wurde, aber auch zur Infragestellung bestehender Machtverhältnisse und zur Ausbildung neuer Perspektiven beigetragen hat.
Dabei lädt die chinesische Literatur- und Sozialwissenschaftlerin dazu ein, 'Asien' nicht allein als Gegenstück zu Europa oder zu Amerika zu verstehen. Stattdessen begreift sie den Begriff als eine vielschichtige Kategorie, die von Spannungen und Widersprüchen geprägt ist und sich einfachen Verallgemeinerungen entzieht. Indem sie unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammenführt, eröffnet sie neue Zugänge zur Geschichte und Gegenwart Asiens und verdeutlicht deren Bedeutung für gegenwärtige Debatten.
Sabine Dabringhaus ist Historikerin und Professorin für Außereuropäische Geschichte (Schwerpunkt Ostasien) an der Universität Freiburg.
Thomas Duve ist Direktor am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt am Main und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Frankfurt.
Hans van Ess, Professor für Sinologie und Vizepräsident für Forschung an der Universität München, ist seit 2015 Präsident der Max-Weber-Stiftung.
Albrecht Graf v. Kalnein, Historiker und Romanist, ist Vorstand der Werner Reimers Stiftung in Bad Homburg mit Lehrauftrag an der Universität Mainz.