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Lemberg, 1941. Nelka wird verschleppt und zur Arbeit auf einem norddeutschen Gutshof gezwungen. Ihr Vater hatte sie früh im Obstbau unterrichtet, schon als Kind half sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume. Dieses Wissen schützt sie nun zunächst vor den Zudringlichkeiten des Gutsverwalters: Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
In ihrem hochgelobten Roman macht Svenja Leiber sichtbar, welche Spuren der Zweite Weltkrieg und Zwangsarbeit bis in die Gegenwart und Landschaften hinein hinterlassen haben. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel - und bewahrt die Erinnerung an sie.
Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und 2021 Kazimira. Für ihre Erzählungen und Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Rompreis in der Villa Massimo 2027 und dem Hebbel-Preis 2027. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.