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"Wovon junge Menschen heute träumen und mit welchen Problemen sie sich konfrontiert sehen, damit befasst sich Autorin Thekla Wilkening in dieser literarischen Reihe, die eindrucksvoll ihre Geschichten erzählt. Durch die vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven gewinnt man als Leser:in tiefe Einblicke in die Lebensweisen und Haltungen der einzelnen Protagonist:innen, was unter die Haut geht." ELLE
Ada und Ben ziehen mit ihrer Tochter Ruby in einen Bungalow am See. Ruby ist vier, klug, eigenwillig und sie hat das Down-Syndrom. In einer Gesellschaft, die Leistung zur Moral erhebt, wird sie zur Rebellin.
Isi und Max beginnen bei der Lokalzeitung LOZ eine Recherche, die eine vermeintlich feste Brandmauer ins Wanken bringt. Lorenz, Mitarbeiter der Bürgermeisterin, muss sich entscheiden, was ihm näher ist: Aufstieg oder Anstand.
Franca taumelt auf der Suche nach Leichtigkeit. In ihrem Stillstand spürt sie den Druck einer Gegenwart, die nicht einmal dort Halt macht, wo man wie eine müde Katze auf der Gartenliege in der Sonne döst.
Alle müssen sich jetzt fragen: Wo verläuft die rote Linie?
Thekla Wilkening gehört zu jener Generation von Autorinnen, deren Schreiben sich nicht aus der Pose des Rückzugs speist, sondern aus der Erfahrung von Öffentlichkeit, Verantwortung und dem tastenden Versuch, ein Leben in Widersprüchen nicht zu glätten, sondern erzählbar zu machen. Bekannt wurde sie zunächst als Unternehmerin und Nachhaltigkeitsexpertin, unter anderem als Mitgründerin der "Kleiderei", eines frühen deutschen Modells für geteilten Konsum in der Modebranche, doch schon in dieser Phase zeigte sich, dass ihr eigentliches Interesse weniger der Optimierung von Systemen galt als der Frage, wie Menschen in ihnen leben, sich anpassen oder widersetzen.
Diese Perspektive prägt auch ihr literarisches Werk, das sich konsequent an den Schnittstellen von Privatheit und Politik, von Care-Arbeit, Herkunft, Geschlechterverhältnissen und ökonomischem Druck bewegt, ohne sich dem schnellen Urteil oder der moralischen Vereinfachung hinzugeben. Mit ihrem Roman "Wir bleiben wir: Franca und Ed" legte Wilkening 2025 ein literarisches Debüt vor, das weniger als klassische Handlungserzählung denn als soziale Versuchsanordnung gelesen werden kann: In einem urbanen Milieu verdichten sich Beziehungen, Verletzungen und Begehren zu einer präzisen Gegenwartsdiagnose, die zeigt, wie sehr individuelle Lebensläufe von unsichtbaren Infrastrukturen abhängen.
Wilkenings Stil ist dabei bewusst unaufgeregt, fast beiläufig, und gerade darin politisch: Sie erzählt von Gewalt, Queerness, Mutterschaft und Freundschaft als Bestandteile eines Alltags, der unter permanentem Rechtfertigungsdruck steht. Ihre Figuren sprechen, zweifeln, verharren, ohne dass der Text sie je verrät oder vorführt. Diese Haltung findet sich auch in ihren essayistischen Arbeiten und Kolumnen wieder, etwa auf Substack, wo sie literarische Miniaturen mit gesellschaftlicher Analyse verbindet.
Wilkenings kreative Arbeit wurzelt auch in ihrer Familiengeschichte: Ihr Großvater Albert Wilkening war eine zentrale Figur der ostdeutschen Filmwirtschaft - technischer Direktor der DEFA, später Hauptdirektor des Filmstudios Babelsberg, Pionier der DDR-Filmtechnik. Ihr Vater Thomas Wilkening führte die filmische Tradition fort und produzierte mehrfach ausgezeichnete deutsche Filme und Fernsehformate. Diese filmische Prägung beeinflusst auch Thekla Wilkenings szenischen Zugang zum Erzählen - mit einem Gespür für gesellschaftliche Relevanz, lebendige Perspektiven und klare Haltung.