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Die Astronomie im antiken Griechenland entwickelte sich aus philosophischen Fragestellungen über den Aufbau des Kosmos und die Ordnung der Natur. Bereits die frühen Denker versuchten, Himmelserscheinungen nicht mehr mythologisch, sondern rational zu erklären. Dieses Buch beschreibt die Entwicklung der antiken griechischen Astronomie als einen fortschreitenden Erkenntnisweg, auf dem philosophisches Denken, mathematische Methoden und genaue Himmelsbeobachtung zusammenwirken, um den Kosmos rational zu erklären. Thales von Milet gilt als einer der ersten, der astronomische Phänomene wie Sonnenfinsternisse beobachtete und sie als natürliche Vorgänge verstand. Sein Schüler Anaximander entwarf ein frühes kosmologisches Modell mit der Erde als frei im Raum schwebendem Körper, während Anaximenes die Gestirne als aus Luft entstandene Himmelskörper beschrieb. Mit Pythagoras und den Pythagoräer gewann die mathematische Struktur des Kosmos zentrale Bedeutung. Sie vertraten die Auffassung, dass Zahlen und harmonische Proportionen die Bewegungen der Himmelskörper bestimmen. Parmenides führte die Idee einer kugelförmigen Erde ein, während Anaxagoras erklärte, dass Sonne und Sterne glühende Materie seien. Empedokles verband kosmologische Überlegungen mit seiner Lehre der vier Elemente. Einen wichtigen Schritt zur geometrischen Astronomie leistete Oinopides von Chios, der den Tierkreis und die Schiefe der Ekliptik untersuchte. Platon forderte, die scheinbar unregelmäßigen Planetenbewegungen durch gleichförmige Kreisbewegungen zu erklären. Darauf aufbauend entwickelten Eudoxos von Knidos und Kallippos Sphärenmodelle, die später von Aristoteles in ein umfassendes geozentrisches Weltbild integriert wurden. Herakleides Pontikos brachte schließlich die Idee auf, dass sich die Erde um ihre Achse dreht. Einen Höhepunkt erreichte die griechische Astronomie mit Aristarchos von Samos. Er formulierte die heliozentrische Hypothese, nach der sich die Erde um die Sonne bewegt. Zudem untersuchte er den scheinbaren Durchmesser der Sonne sowie die Größen und Entfernungen von Sonne und Mond. Seine Berechnungen zum Jahr und zum sogenannten "großen Jahr" zeugen von bemerkenswerter mathemischer Genauigkeit. Spätere Astronomen verbesserten seine Zahlenwerte, doch Aristarchos' Ansatz blieb ein Meilenstein, der seiner Zeit weit voraus war und die Grundlage für die moderne Astronomie vorbereitete.