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Thomas Manns Erzählung "Gerächt" beleuchtet die fragile Freundschaft zwischen dem jungen Anselm und der älteren Intellektuellen Dunja Stegemann. Was zunächst als geistige Nähe beginnt, geprägt von langen Gesprächen über Kunst und die Psychologie der Liebe, entwickelt sich zu einem ungleichen Verhältnis zwischen jugendlicher Unreife und analytischer Selbstsicherheit. Als Anselm in einem Moment der Unbedachtheit eine verletzende Bemerkung über Dunjas äußere Erscheinung macht, kippt die Beziehung abrupt. Die Demütigung trifft Dunja tief und führt zu einer emotionalen Eskalation, die das Ende ihrer Verbindung besiegelt. Mann zeigt mit psychologischer Schärfe, wie Worte Macht entfalten, wie Spott und Ehrlichkeit zerstörerisch wirken können und wie fragile Bindungen unter dem Gewicht von Verletzungen zerbrechen. Die Erzählung ist eine eindringliche Studie über menschliche Beziehungen, verletzte Würde und die zerstörerische Kraft der Sprache.
Thomas Mann (1875-1955) war ein deutscher Schriftsteller und Nobelpreisträger. Er wurde in Lübeck geboren und gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst Romane, Essays und Erzählungen, geprägt von tiefgründiger Gesellschaftsanalyse und psychologischer Tiefe. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Buddenbrooks", "Der Zauberberg" und "Doktor Faustus". Mann emigrierte 1933 aus Deutschland und lebte später in den USA. Er setzte sich entschieden gegen den Nationalsozialismus ein. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.