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Wie bewahrt man seine Selbstachtung in einer historischen Epoche, in der die Menschheit ihre Würde verliert? Wir brauchen ein neues Leitbild für die planetare Krise. Das alte, durch Gier, Neid und Dominanzstreben angetriebene Modell des kontinuierlichen Wirtschaftswachstums führt uns in eine globale Katastrophe. Der offensichtlichste Grund (von vielen) ist die enge Korrelation zwischen Wachstum und Kohlendioxidemissionen. Wir müssen uns ehrlich machen! Realistisch betrachtet sind unsere Möglichkeiten bereits jetzt auf Schadensbegrenzung und intelligentes Krisenmanagement beschränkt. Intellektuelle Redlichkeit, Mitgefühl und eine bestimmte Form von innerer Bewusstheit sind das, was wir für mentale und politische Resilienz dringend brauchen. Der Begriff einer »Bewusstseinskultur« bildet den Ausgangspunkt für eine neue Debatte. Für mehr Mitgefühl und radikale Selbstachtung Mehr als dreißig Jahre lang haben wir sehenden Auges versagt. Neben unserem Mangel an Selbstachtung und dem fehlenden Mitgefühl für künftige Generationen war eine der Hauptursachen für die sich anbahnende planetare Krise ein Mangel an kultureller Kreativität: Wir waren nicht in der Lage, die alten Werte hinter uns zu lassen und alternative Leitbilder zu schaffen. Genau das ist aber dringend erforderlich, um einen neuen kulturellen Kontext für den Ausstieg aus dem Wachstumsmodell zu schaffen. Wir brauchen eine Bewusstseinskultur, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene funktioniert. Wege dahin zeigt dieses Buch. Wir brauchen eine radikale neue Bewusstseinskultur »Viele von uns haben wenig Mitgefühl und keine Achtung vor den Personen und leidensfähigen Wesen, die nach uns auf diesem Planeten leben werden. Das führt dazu, dass wir bald auch uns selbst nicht mehr als rationale Personen ernst nehmen können, weil wir über Jahrzehnte vorsätzlich empirische Tatsachen ignoriert und auf politischer Ebene unsere eigene Selbsttäuschung organisiert haben. Die Klimakatastrophe wird deshalb auch dazu führen, dass wir uns zunehmend als scheiternde Spezies erleben und auf eine historisch neue Weise unter dem Verlust unserer Würde leiden. Wir brauchen eine radikale neue Bewusstseinskultur.« Thomas Metzinger
Thomas Metzinger (*1958 in Frankfurt am Main) was Full Professor of Theoretical Philosophy at the Johannes Gutenberg-Universität Mainz. He is past president of the German Cognitive Science Society and of the Association for the Scientific Study of Consciousness. He is an Adjunct Fellow at the Frankfurt Institute for Advanced Studies, a co-founder of the German Effective Altruism Foundation, president of the Barbara Wengeler Foundation (2019-2024), and on the advisory board of the Giordano Bruno Foundation. From 2018 to 2020 Metzinger worked as a member of the European Commission's High-Level Expert Group on Artificial Intelligence. In 2021 he was awarded the Pufendorf-Medal, in 2022 he was elected into the German National Academy of Science. In the English language, he has edited two collections on consciousness ("Conscious Experience", Imprint Academic, 1995; "Neural Correlates of Consciousness", MIT Press, 2000) and published one major scientific monograph ( "Being No One - The Self-Model Theory of Subjectivity", MIT Press, 2003). In 2009, he published a popular book, which addresses a wider audience and discusses the ethical, cultural and social consequences of consciousness research ( "The Ego Tunnel - The Science of the Mind and the Myth of the Self"). Important recent Open Access collections are Open MIND at open-mind.net (2015, with Jennifer Windt), Philosophy and Predictive Processing at predictive-mind.net (2017, with Wanja Wiese), and Radical Disruptions of Self-Consciousness (2020, with Raphaël Millière). In 2024, he published a major OA-monograph with the MIT Press titled The Elephant and the Blind.