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In den weiten Ebenen der Vojvodina, wo die Donau die Grenze zwischen den Welten zu verschwimmen scheint, entführt Tobias Weinzierl den Leser in sieben Erzählungen, die das Alltägliche und das Unerklärliche auf atemberaubende Weise miteinander verweben. "Der Schamane von Backa" ist ein Erzählband, der tief in die Seele einer Region gräbt, in der Generationen von Menschen gelernt haben, mit dem zu leben, was sich nicht benennen lässt.
In der Eröffnungsgeschichte "Das Salz der Toten" findet die ältere Marta unter den Dielen des Zimmers ihrer verstorbenen Schwester einen versiegelten Tonkrug, bedeckt mit fremdartig geritzten Zeichen. Was zunächst wie die skurrile Hinterlassenschaft einer alten Frau wirkt, entpuppt sich als Eingang in eine Welt, in der die Toten nicht schweigen und Geheimnisse in Dinge gebrannt sind, die man besser nicht öffnet. Weinzierl erzählt diese Geschichte mit bewundernswerter Präzision: die knarrende Diele, die kalte Luft aus der Erde, das schwarze Wachs, das das Licht anders bricht als es sollte. Keine Zeile ist verschwendet.
Was diesen Erzählband auszeichnet, ist die Qualität seiner Sprache: ruhig, geerdet, fast dokumentarisch - und gerade deshalb erschütternd wirkungsvoll. Weinzierl vertraut dem Leser. Er erklärt nicht, er zeigt. Das Übernatürliche schleicht sich nicht dramatisch ein, sondern sitzt bereits am Tisch, wenn man zu ahnen beginnt, dass es da ist.
Die sieben Erzählungen sind in einer Region verwurzelt, die selbst eine Grenzlandschaft ist - ethnisch, historisch, spirituell. Donauschwaben, Serben, alte Bräuche und vergessene Riten bilden den Humus, aus dem diese Geschichten wachsen.
Wer Literatur sucht, die lange nachwirkt, wird hier fündig.
Tobias Weinzierl hat sich der Erforschung von Mythen, Ritualen und spirituellen Traditionen verschrieben. Seine Erzählungen durchdringen die Grenzen zwischen Realität und Mythos und erkunden die verborgenen Welten, die in Volksmärchen und schamanischen Überlieferungen lebendig sind. Mit einem feinen Gespür für Atmosphäre und psychologische Tiefe zeichnet Weinzierl Charaktere, die zwischen verschiedenen Dimensionen existieren. Seine Arbeiten verbinden literarische Eleganz mit ethnologischem Interesse und schaffen Räume, in denen das Übernatürliche lebendig wird.