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Welchen Tätigkeiten gingen Monarchengattinnen des 19. Jahrhunderts in ihrem Alltag im Jahresverlauf sowie über ihre Amtszeit hinweg nach? Inwiefern waren sie damit politische Akteurinnen ihrer Monarchie? Ulrike Marlow vergleicht erstmals je zwei Monarchengattinnen aus den beiden Großmächten des Dualismus, Preußen und Österreich, und der Mittelmacht Sachsen quantitativ und qualitativ. Die zeitgenössischen Vorstellungen von Weiblichkeit wirkten sich auf die ausgeübte Praxis der nicht kodifizierten Rolle als Monarchengattin aus und bestimmten, welche frühneuzeitlichen Funktionen fortgesetzt, gewandelt oder aufgegeben wurden. Durch Reisen ins In- und Ausland symbolisierten sie für die lokale Bevölkerung die Monarchie. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erschlossen sie durch Besuche von wohltätigen Einrichtungen einen neuen Repräsentationsraum für die Monarchie außerhalb des Hofes. Zudem waren Monarchengattinnen in dem erst Ende des Jahrhunderts entstehenden Politikfeld der staatlichen Sozialpolitik bereits vorher praktisch wirksam. Schließlich brachten sie durch Auszeichnungen Symbole des Hofes und der Monarchie an adlige und nicht-adlige Frauen.
Ulrike Marlow arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in dem Akademienvorhaben 'Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel 1786-1918'.
Inhalt
Vorwort
I. Monarchengattinnen im 19. Jahrhundert 1. Fragestellung und Forschungsstand 2. Gegenstandskonstitution und Methodik 3. Quellen 4. Zum Aufbau der Arbeit 5. Die Monarchengattinnen: Lebensläufe und Aufgaben
II. Glanz für die Krone: Die Monarchengattin und der Hof 1. Der Hofstaat 1.1 Oberhofmeisterin 1.2 Hofdamen 1.3 Palastdamen und andere Ehrendamen 1.3.1 Hoffräulein im Hofstaat der sächsischen Königin 1892-1902 1.3.2 Zutrittsdamen am sächsischen Königshof 1.4 Oberhofmeister 1.5 Sekretariat 1.6 Finanzen 2. Höfischer Alltag 2.1 Idealtypischer Tagesablauf 2.1.1 Sichtbare Tätigkeiten 2.1.2 Unsichtbare Tätigkeiten 2.2 Höfischer Alltag: statistische Analysen 2.2.1 Tätigkeitspensum der Monarchengattin im Spiegel der Quellen 2.2.2 Die Sichtbarkeit der Monarchengattin am Hof und in der Residenz
III. Unterwegs für die Krone: Die Monarchengattin auf Reisen 1. Organisation der Reisen 1.1 Unterwegs mit der Eisenbahn 1.2 Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Öffentlichkeitsarbeit 2. Häufigkeit und Dauer der Reisen 2.1 Unterschiedliches Reiseverhalten 2.2 Politische Großereignisse 2.3 Abwesenheit von der Residenz 2.4 Reisen mit und ohne Monarchen 2.5 Reisegewohnheiten im Jahreszyklus 2.5.1 Königin Elisabeth von Preußen 2.5.2 Kaiserin-Königin Augusta 2.5.3 Königin Amalie Auguste von Sachsen 2.5.4 Königin Carola von Sachsen 2.5.5 Kaiserin Elisabeth von Österreich 2.5.6 Typen der Reisegewohnheiten 3. Geographische Reichweite der Reisen 3.1 Innerterritoriale Reisen 3.2 Transnationale Reisen 4. Reisegründe 4.1 Verwandtenbesuche als Beziehungspflege 4.2 Präsenz im eigenen Land 4.2.1 Repräsentation bei Regionalbesuchen 4.2.2 Manöver und Kriege 4.2.3 Reisebegleitung: Zeremonielle Ehrerweisung an Gleichrangige 4.2.4 Partien und Ausflüge: Zwischen Zeremoniell und Privatvergnügen 4.3 Die Monarchengattin im Ausland 4.3.1 Tourismus, Repräsentation und Begegnungen 4.3.2 Reisen zu dynastischen Festen und besonderen Anlässen 4.4 Bade- und Kurreisen: Zwischen Gesundheit und Gesellschaft
IV. Im Dienst für die Krone: Die Monarchengattin als Ressource von materiellem und symbolischem Kapital 1. Die wohltätig engagierte Monarchengattin: Pflicht an den Untertanen und 'Genugthung' 1.1 Finanzielle Ausgaben für die Wohltätigkeit als Aufgabe der Monarchengattin 1.2 Erziehung zur Wohltätigkeit 1.3 Unterstützungsformen in der Wohltätigkeit 1.3.1 Protektorate als Loyalitätsbeziehung in die Gesellschaft hinein 1.3.2 Anstaltsbesuche als politische Handlung 1.4 Vorgängerinnen 1.5 Felder des Engagements 1.5.1 Krankenpflege: Von christlicher Caritas zur Wehrhaftigkeit des Staates 1.5.2 Erziehungs- und Ausbildungswesen: Zwischen Interesse an der Zukunft und Personalpolitik 1.5.3 Armenpflege: Hilfe und moralische Erziehung 2. Bittschriften an die Monarchengattin 2.1 Sprachstil und Aufbau von Bittschriften 2.2 Bearbeitung der Bittschriften 2.3 Bittschriften an Kaiserin Elisabeth von Österreich (1854-1898) 2.3.1 Zunahme von Bittschriften zwischen 1854 und 1898 2.3.2 Bittsteller, Bittstellerinnen und Organisationen 2.3.3 Themenspektrum der Bittschriften 2.3.4 Geografische Herkunft der Bittenden und ihre Erfolgsaussichten 2.4 Monarchengattinnen als Bittstellerinnen: Königin Carola von Sachsen 3. Symbolisches Kapital der Monarchengattin 3.1 Präbenden für Damenstifte 3.2 Verleihung von Orden und Auszeichnungen 3.2.1 Verdienstorden für Frauen in Preußen und Sachsen 3.2.2 Österreich: Sternkreuzorden
V. Zusammenfassung 1. Ergebnisse 2. Ausblick
Anhang Abbildungen Tabellen Quellen und Literatur Quellen Ungedruckte Quellen Zeitungen Gedruckte Quellen Internetquellen Literatur Personenregister