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Wie sieht eine Landwirtschaft aus, die wirklich zukunftsfähig ist? Drei Jahrzehnte lang prägte Urs Niggli als Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau die internationale Biobewegung. Heute blickt er mit Sympathie und kritischer Distanz auf ihre Erfolge. Bio hat Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und ökologische Kreisläufe ins Zentrum gerückt. Doch reicht das für die Herausforderungen der Zukunft? Auf seinen Reisen durch Europa, Afrika, Asien und Amerika begegnet Niggli traditionellen Anbaumethoden ebenso wie Hightech-Landwirtschaft, künstlicher Intelligenz und neuen Züchtungsverfahren. Er fragt: Ist "natürlich" automatisch besser? Braucht Nachhaltigkeit vor allem Verzicht oder mehr Innovation? Seine Antwort heißt Agrarökologie: kein neues Dogma, sondern die Verbindung von ökologischem Denken, bäuerlicher Erfahrung und moderner Wissenschaft. Keine Abrechnung mit Bio, sondern ein Plädoyer, seine besten Ideen mutig weiterzudenken.
Urs Niggli, wurde 1953 in Olten/Schweiz geboren. Er studierte Agrarwissenschaften und leitete von 1990 bis März 2020 das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Das FiBL ist unter seiner Leitung zu einem wichtigen Think-Tank für den Biolandbau, die artgerechte Haltung von Tieren und die Nachhaltigkeit geworden. Seine Ideen zum Biolandbau und zur Agrarökologie sind in verschiedene internationale und nationale Expertengruppen eingeflossen. Zuletzt erschienen: "Alle satt? Ernährung sichern für 10 Milliarden Menschen" (2021), "Was kommt nach Bio? Agrarökologie für alle" (2026).