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Was damals geschah? Ein vierfacher Mord an Tamilen in einer Asylunterkunft in Chur, neonazistisch entflammter Fremdenhass Ende der 1980er-Jahre in der Schweiz. Vergessen und verschwiegen. Aber Vergangenheit wird zur Gegenwart, wenn der Autor und Historiker namens Urs Zürcher auf der Suche nach True Crime in einer Baugrube im Basler Umland am Ende eines langen Sommers am 12. September 2023 auf ein rätselhaftes menschliches Skelett stößt. Eine raffiniert komponierte Geschichte, intensiver, verstörender als jeder dokumentierende Realismus es vermöchte, denn reine Fakten sind eine Fiktion. Aber was ist erzählerische Wahrheit? Virtuos verwebt der Autor schweizerische und deutsche Zeitgeschichte aus bald vierzig Jahren mit Lebensgeschichten. Mit empathisch erzählerischer Kraft führt Urs Zürcher ins Reich der Rechten und macht Menschen sichtbar, die uns deshalb umso mehr erschrecken und aufschrecken. David Steiger, Dasti für seine Kameraden, Lisa Graf, genannt Gräfin, und Pierre Koch verlieren sich in Gewalt, Lüge, Schuld - und später Reue, die sie selbst zu Opfern werden lässt.
Urs Zürcher, 1963 geboren, Dr. phil., hat in Basel Geschichte, Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft studiert und in Zürich promoviert. Danach war er Lehrbeauftragter an der Universität Basel und arbeitete als Projektleiter und Lehrer. Urs Zürchers Dissertation ist unter dem Titel Monster oder Laune der Natur. Medizin und die Lehre von den Missbildungen 1780-1914 im Wissenschaftsprogramm des Campus Verlag erschienen. Daneben veröffentlichte er Aufsätze und Artikel in verschiedenen Zeitschriften.