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Am 4. Mai 1980 - Vedran Dzihic ist vier Jahre alt - findet ein Fußballspiel zwischen Roter Stern Belgrad (Serbien) und Hajduk (Kroatien) statt. Plötzlich die Nachricht: Tito ist gestorben - die Fußballer brechen weinend auf dem Rasen zusammen. Eine kollektive Trauer erfasst das ganze Land, und bis heute fragt sich Vedran Dzihic : Waren diese Tränen echt? Nun wagt er den Blick in seine eigene Geschichte des Weinens als Sohn, Vater, Mann und verknüpft sie mit großen gesellschaftlichen Umwälzungen. Feinfühlig nähert er sich dem jungen Vedran, der nach Krieg und Flucht das Weinen verlernt hat. Dzihic enthüllt die Mechanismen der falschen Tränen von Diktatoren, erzählt von Momenten der Rührung mit seinen Töchtern, wundert sich über Männlichkeitsmythen - und feiert das Weinen als subversive Kraft, die uns sichtbar werden lässt: als Menschen.
Vedran Dzihic - wurde 1976 in Prijedor, Bosnien und Herzegowina, geboren. 2009 schloss er sein Doktorat in Politikwissenschaften an der Universität Wien ab. Heute ist er Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) und unterrichtet an der Universität Wien. Dzihic ist Initiator zahlreicher politischer und zivilgesellschaftlicher Initiativen in Österreich und Südosteuropa. Er gehört zu den gefragtesten Balkan-Experten im deutschsprachigen Raum, kommentiert dazu in internationalen und nationalen Medien. Zuletzt erschien von ihm der Essay "Ankommen" (2023).