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In der Gluthitze der Extremadura, jener kargen, rotbraunen Landschaft im Westen Spaniens, haben Frauen seit Jahrhunderten unter besonderen Bedingungen gelebt, gekämpft und überlebt. Veronika Grubers "Töchter des roten Landes" versammelt sieben eindrucksvolle Porträts, die diese Region und ihre weiblichen Bewohnerinnen auf außergewöhnliche Weise lebendig werden lassen.
Das Buch umspannt verschiedene Epochen und Lebenswelten: von der römischen Provinzstadt Emerita Augusta bis in die Gegenwart. Im Zentrum stehen stets Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten - durch Klugheit, Ausdauer und den unerschütterlichen Glauben an das geschriebene Wort, den verbürgten Anspruch, das messbare Recht.
Bereits das erste Porträt, das die Händlerin Fortunata zeigt, offenbart Grubers besondere Stärke: Mit präziser, atmosphärisch dichter Prosa zeichnet sie Charaktere, die nicht durch laute Gesten wirken, sondern durch stille Entschlossenheit. Jede Szene trägt das Gewicht einer vollständigen Welt. Der Markt von Emerita Augusta riecht nach nassem Stein, Knoblauch und Öl - und mitten darin steht eine Frau, die ihre Waage kennt wie kaum eine andere.
Grubers Schreibstil ist unverwechselbar: klar und knapp, dabei von einer fast poetischen Intensität. Ihre Sätze sitzen wie Münzen auf einer Waagschale - jedes Wort gewogen, nichts verschwendet. Die sieben Porträts sind in sich abgeschlossen und entfalten doch gemeinsam ein vielschichtiges Bild von Stärke, Verlust, Ungerechtigkeit und Würde.
Ein Buch für Leserinnen und Leser, die literarische Qualität und historische Tiefe gleichermaßen schätzen.
Veronika Gruber beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Geschichten von Frauen an den Rändern der Geschichte. Ihre Leidenschaft für die Antike und die iberische Halbinsel führte sie zu intensiven Recherchen über das Leben in der Extremadura während der Römerzeit. Durch detaillierte historische Studien und die Rekonstruktion von Alltagsszenen gelang es ihr, sieben faszinierende Porträts zu erschaffen, die das Schicksal und die Widerstandskraft von Frauen in dieser Region beleuchten. Grubers Werk verbindet historische Genauigkeit mit erzählerischer Kraft und bietet Lesern einen tieferen Einblick in vergessene weibliche Perspektiven der Antike.