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Pferde und Rinder aus Eisen, Köpfe aus Ton, Kröten aus Wachs, Arme und Beine aus Holz - die einst zahlreichen figürlichen Votivgaben finden sich heute nur noch selten in den Kirchen. Es ist ein beinahe vergessenes religiöses Brauchtum, aus einem Gelübde heraus (lat. Ex voto) den Heiligen für die Heilung von Krankheit oder den Schutz der Tiere Votivfiguren darzubringen. Einst gab es Wallfahrtskirchen voller Eisenfiguren, von Wachsbildern oder Holzkrücken überquellend. Bis in einer weniger wundergläubigen Zeit vieles davon weggeworfen, eingeschmolzen oder verbrannt wurde. Die geretteten Objekte liegen in den Votivsammlungen der Museen. Zuweilen tauchen an Kirchen versteckte Votivdepots wieder auf, die archäologisch untersucht werden. Votivfiguren-Kulte sind indes keine christliche Erfindung, sie begegnen in ähnlicher Form bereits in vorchristlicher Zeit.
Roland Gschlößl, M.A., geb. 1970, studierte Vergleichende Religionswissenschaft, Ur- und Frühgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Tübingen; seit 2004 freier Journalist und Autor. +++ Mit Beiträgen von Benedikt Biederer, Ludwig Kreiner, Lambert Grasmann, Thomas Schindler, Uli Voigt und Dietrich Mania.