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Forschungsarbeit aus dem Jahr 2026 im Fachbereich Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, , Sprache: Deutsch, Abstract: Das Schloss Palmse, von Parkanlagen umgeben, mit einem eigenen Gotteshaus und Friedhof, befindet sich im heutigen Estland, ungefähr 70 Kilometer von der Hauptstadt Tallinn entfernt. Nach dem Großen Nordischen Krieg (1700-1721) entwickelte sich in diesem Raum ein wirtschaftlich breit aufgestelltes Gut, das mit seinen Erzeugnissen die Stadt Reval und Riga versorgte und auf dem russischen, finnischen und ostpreußischen Markt präsent war. Fast trägt es Modellcharakter, wie es, den schwierigen Bedingungen trotzend, Lebensgrundlage für viele Menschen um Palmse herum bot. Bereits 1734 wurden dazu die entscheidenden Akzente gesetzt. Lange Zeit den regionalen Bedingungen im Baltikum um eine Nasenlänge voraus, bildeten sich in dieser Wirtschaftseinheit soziale Beziehungen heraus, die selbst in den Jahren der Zugehörigkeit zu Russland, Leibeigenschaft und das Durchschlagen zaristischen Rechtes mildern konnten. Im Sommer 1971 erfolgte dann in dem Gebiet, auf einer Fläche von 72.000 ha die Gründung des Nationalparks Lahemaa, der Schloß und Gut Palmse mit in die Erhaltung dieses besonderen Areals einbezog. Heute gehören alle Drei zu gern besuchten touristischen Attraktionen, die mit Ausstellungen, Museum und Veranstaltungen international Beachtung finden.
Seit 1677 im Besitz der baltisch-deutschen Familie von der Pahlen, wurde in Palmse mit dem Bau des ersten Herrenhauses und der Umrüstung aller Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude des Gutes von Holz- in Steinbauweise begonnen. Nach einer Modernisierung entstand dann bis 1785 das Schloss, wie wir es noch heute in seiner klassizistischen Pracht bewundern können. Noch vorher war darum herum ein barocker Park angelegt worden. Im fertiggestellten Schloss wohnten fast alle nachfolgenden Gutsbesitzer mit ihren Familien. In diesem Haus wurden mehrere Generationen der von der Pahlen geboren, erzogen, verbrachten ihre Jugend und gingen von hier aus los, die Welt für sich zu erschließen. Dazu gehörten Landräte, Gouverneure, Außenminister und Generäle, Friedensrichter und ein Eisenbahn-präsident. Aber dieser Familie entstammten genauso Ingenieure, Graphologen und Mineralogen. Insgesamt 39 Biografien von interessanten Akteuren, die mit Palmse in Verbindung stehen, dokumentieren mit ihrem Leben Schnittpunkte der Entwicklung Estlands und dieses speziellen Gebietes an der Ostsee. Ergänzt wird das historische Geschehen durch eine Geschichte des Ortes, des Gutes und des Schlosses der Familie von der Pahlen.
Von der Ausbildung als Rechtswissenschaftler her habe ich mich vor allem mit historischen Institutionen, Sachverhalten und Persönlichkeiten der Rechtsentwicklung sowie der Außenpolitik beschäftigt. Dieses Berufsprofil wurde in den 1990er Jahren durch akademische Abschlüsse in den Bereichen Personalentwicklung, Bildungs- und Qualitätsmanagement sowie Betriebswirtschaft vervollständigt. Dabei waren die beruflichen Einsatzgebiete hauptsächlich auf die Bereiche Forschung, Lehrtätigkeit und Bildungsmanagement fokussiert. Ergänzt wurden dieses Profil des wissenschaftlichen Wirkens durch die Entwicklung und Veröffentlichung von Berufsbildungskonzepten. Forschungs- und Entwicklungspartner waren hier Universitäten, Wirtschaftsunternehmen, Kammern und Berufsverbände. Seit den 2000er Jahren erweiterte sich das Einsatzspektrum auf internationale Kooperationen mit Universitäten, Bildungspartnern und im Ausland tätige Organisationen in den Bereichen Wirtschaft, Außenpolitik und Bildungsforschung. Tätigkeitsschwerpunkte waren dabei der Bildungs- und Wissenstransfer sowie die Entwicklung von Gemeinschaftsprojekten in diesen Sektoren. Aus der Betreuung und Begleitung von Forschungsgruppen entwickelten sich in den letzten Jahren verstärkt das Publizieren von Forschungsergebnissen. Als besondere Arbeitsmethoden stehen hierbei Fragen der historischen Institutionsentwicklung, Archiv- und bibliografische Recherchetätigkeiten sowie biografisch-historische Methoden im Mittelpunkt. Veröffentlicht wurden dazu hauptsächlich Arbeiten über das Wirken deutscher Institutionen und Persönlichkeiten im Ausland. Verfügbar sind hier eine Publikationsreihe über diplomatische Attachès, Biografien der hier eingesetzten Akteure sowie die neu begonnene Publikationsreihe über Schlössern und Gärten, an deren Entwicklung Persönlichkeiten des deutschen Sprachraumes mitgewirkt haben.