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Das Werk von Walter Schels entfaltet sich seit fast sieben Jahrzehnten zwischen Dokumentation und Transformation, zwischen formaler Strenge und Experimentierfreude. Bekannt geworden ist Schels vor allem als empathischer Porträtist: Mit seiner reduzierten Bildsprache erkundet er das Wesen seines Gegenübers. Egal ob Säugling oder Greis, Elefant oder verblühte Blume - im Zentrum seiner dokumentarischen Porträtserien und Langzeitstudien stehen existentielle Themen wie Identität, Geburt und Tod. Wenig Beachtung fand hingegen bisher sein experimentelles Schaffen: Mit Übermalungen, Doppelbelichtungen, Collagen oder Polarisationen überschreitet er die Grenzen ins Malerische. Schels versteht Fotografie als offenen Prozess. "Ein Bild ist nie fertig", sagt er - und meint damit nicht nur eine künstlerische Haltung, sondern den konkreten materiellen Vorgang: Im Rotlicht der Dunkelkammer, so Schels, erfahre er die Welt. 16° Fische führt erstmals beide Hälften seines Œuvres zusammen. Neben den Porträts präsentiert der Band experimentelle Entdeckungen, die den Blick auf den Fotografen Walter Schels vervollständigen - von transformierten Stadtansichten aus dem New York der 1960er-Jahre über Serien, die er selbst als "Abfallbilder" bezeichnet, bis hin zu aktuellen abstrakten Arbeiten mit Fotochemikalien und Pflanzenfragmenten. Und wie die versammelten Arbeiten ist auch der Titel eine poetische Selbstverortung: Als Schels 1936 in Landshut geboren wurde, stand die Sonne im Tierkreiszeichen Fische - bei 16 Grad. Schels leitet aus dieser Konstellation die Grundzüge seines künstlerischen Temperaments ab: Sensibilität, Intuition, Fantasie und ein unerschöpfliches Interesse am Menschen.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Walter Schels, born in Landshut in 1936, is one of Germany's most influential portrait photographers. From 1957 to 1965 he worked as a window dresser in Barcelona, Toronto and Geneva before moving to New York as a self-taught photographer. Schels returned to Germany in 1970 and opened a studio in Munich. Until the mid-1990s he worked for clients including BMW, Pan Am and Deutsche Post, and for magazines such as Stern, Annabelle, Eltern and ZEITmagazin. Parallel Schels produced independent work; from the mid-1980s his black-and-white portraits gained an increasingly wide audience, particularly his long-term documentary studies and portrait series. Schels' photography has received numerous awards and has been exhibited internationally.