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"Was ist Sinn?" ist die Frage eines Wesens, das sich von seiner Umgebung abgehoben hat, um sie zu betrachten, zu ordnen, zu deuten. Doch wer fragt, stellt sich außerhalb. Und wer sich außerhalb stellt, erlebt den Sinn als etwas, das gefunden, entdeckt oder bewiesen werden muss.
Die klassische Form der Sinnfrage ist daher eine Frage nach einem Zustand. Als gäbe es irgendwo - verborgen im Universum, in Gott, in der Natur oder im eigenen Inneren - eine stabile Größe, die man "Sinn" nennen könnte. Etwas Festes. Etwas Bleibendes. Etwas, das man erkennen kann wie ein Gesetz oder besitzen wie einen Gegenstand.
Diese Vorstellung hat große Systeme hervorgebracht: Religionen, Philosophien, Weltbilder. Sie alle eint der Versuch, dem Menschen eine Antwort zu geben, die nicht von ihm abhängt - sondern ihn einordnet in eine größere Ordnung.
Der Sinn ist dort gegeben. Der Mensch muss ihn nur verstehen.
Doch diese Perspektive beginnt zu bröckeln, sobald man den Blick nicht mehr auf das Ergebnis richtet, sondern auf den Prozess selbst. Vielleicht müssen wir die Frage anders stellen.
Nicht: Was ist Sinn? Sondern: Was macht Sinn?
Mit dieser Verschiebung verändert sich die Perspektive. Denn sie löst den Sinn aus seiner vermeintlichen Objektivität und führt ihn zurück in die Bedingungen des realen Lebens. Sinn wird dann nicht mehr als Zustand verstanden, sondern als Handlung. Nicht als etwas, das man in Besitz nehmen kann, sondern etwas, das sich in immer neuen Formen ereignet.
Wenn Sinn nicht ein für alle Mal gefunden wird, sondern immer wieder neu entsteht, oszilliert und wieder vergehen kann, dann ist er kein fixes Ziel, sondern das Produkt einer Beziehung: zwischen Wahrnehmung und Interpretation, zwischen Erfahrung und Erwartung, zwischen dem Einzelnen und seiner Welt. Sinn ist nicht unabhängig vom Menschen denkbar.
Damit wird Sinn zu etwas grundlegend Dynamischem.
Er verändert sich mit unseren Erfahrungen, mit unseren Beziehungen, mit unseren Zielen. Was gestern sinnvoll erschie