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Glück gilt als etwas Erstrebenswertes. So sehr, dass man sein Konzept kaum noch hinterfragt. Vielmehr sollte jeder es suchen, fördern und optimieren. Man soll es teilen, zeigen, verteidigen. Man soll unglücklich sein, wenn man es nicht hat - und dankbar, wenn man glaubt, es gefunden zu haben. Kaum ein Begriff unserer Zeit ist moralisch so aufgeladen und zugleich so selten durchdacht wie dieser.
Der Beatles-Titel Happiness is a warm gun wurde inspiriert durch die Schlagzeile einer amerikanischen Waffenzeitschrift " "Happiness Is a Warm Gun in Your Hand" John Lennon rief damals aus ""I thought what a fantastic insane thing to say!"
Denn der Satz ist nicht einfach zynisch. Er ist präzise. Er beschreibt ein Glücksgefühl, das nicht aus Harmonie entsteht, sondern aus Durchsetzung, aus Kontrolle, aus dem Moment nach einer Tat. Nicht die Gewalt an sich steht im Vordergrund, sondern ihr Nachhall. Die Wärme, die einen erfüllt, wenn etwas geschehen ist - wie bei einer Waffe nach dem Schuss.
Es gib eben nicht das Glück, sondern so viele verschiedene "Glücke", wie es Menschen gibt - Fritz Reuter hat es lakonisch auf den Punkt gebracht: "Wat den einen sin Uhl is, is den annern sin Nachtigal." Was dem einen die Eule ist, ist dem anderen die Nachtigall.
Glück ist keine universelle, es ist eine individuelle, höchst private Erfahrung. Es ist keine neutrale Größe. Es ist Perspektive-abhängig, situationsgebunden, kulturell eingefärbt - und nicht selten widersprüchlich. Was den einen erhebt, bedrückt den anderen. Was hier als Erfüllung gilt, erscheint dort als Zumutung. Und was heute froh macht, kann morgen schmerzen. Es ist nicht die Schuld des Glücks, dass es zu einer Einheits-Sauce zusammengepanscht wurde. Und: Glück ist nicht unschuldig.
Es entsteht nicht im luftleeren Raum. Meist stellt es sich ein nach einem Sieg, nach einem Gewinn, der der Verlust eines anderen war.
Die Frage Is Happiness a warm gun? ist deshalb eine Prüffrage. Sie verbindet Glück mit einer Metapher, die irrit