Wolfram Pyta

Die Macht des Kompromisses

Eine Geschichte des Regierens in Deutschland seit 1848. 22,5 cm / 14,5 cm / 7,0 cm ( B/H/T )
Buch (Hardcover), 928 Seiten
EAN 9783534611362
Veröffentlicht Oktober 2026
Verlag/Hersteller Theiss in Herder
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Beschreibung

Eine Geschichte des Regierens in Deutschland
Die Fähigkeit zum Kompromiss war lange Zeit eine Stärke des Regierens in Deutschland. Doch Debatten über eine vermeintliche Entscheidungsschwäche der liberalen Demokratie setzen auch den Kompromiss unter Druck. Ist das Aushandeln politischer Lösungen tatsächlich Ausdruck mangelnder Führungskraft oder vielmehr die Voraussetzung für politisches Handeln in einer pluralistischen Gesellschaft? Die historisch breit angelegte Studie von Wolfram Pyta setzt hier an. Sie beantwortet die Frage, warum der Kompromiss zur politischen DNA des Regierens in Deutschland gehört. Seine Wurzeln reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Bereits im Kaiserreich entwickelten sich Verfahren des Aushandelns zwischen Regierung, Parlament, Parteien und föderalen Institutionen. Pyta verfolgt die Geschichte der politischen Kompromissbildung über mehr als 150 Jahre: vom preußischen Verfassungsstaat und der Reichsgründung 1871 über die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Diktatur bis hin zur Bonner Republik und dem wiedervereinigten Deutschland. Dabei richtet er den Blick gleichermaßen auf die institutionellen Bedingungen und die handelnden Persönlichkeiten. Er zeigt, warum Kompromissordnungen in Krisen scheitern können und welche Bedingungen politische Handlungsfähigkeit benötigt. An zentralen Entscheidungen macht Pyta deutlich, dass politische Zugeständnisse und Führungsstärke keine Gegensätze sein müssen. Westintegration, Ostpolitik, die Bewältigung des Terrorismus und die Wiedervereinigung belegen vielmehr, dass weitreichende Richtungsentscheidungen gerade durch Verhandlungen, Interessenabgleich und politisches Vertrauen möglich werden können. Wolfram Pyta liefert einen fundierten Beitrag zur aktuellen Debatte über die Entscheidungsfähigkeit der liberalen Demokratie. Eine außergewöhnliche und packende politische Geschichte Deutschlands auf dem Weg durch Demokratie und Diktatur. 

Portrait

Prof. Dr. Wolfram Pyta, geb. 1960, ist seit 1999 Leiter der Abteilung für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart und seit 2001 Direktor der "Forschungsstelle Ludwigsburg" zur NS-Verbrechensgeschichte. Zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen Zeitgeschichte; seine Monografie über Paul von Hindenburg erhielt 2008 den Forschungspreis für Grundlagenforschung des Landes Baden-Württemberg.