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Fehlende Wertschätzung in der frühkindlichen Bildung bringt Beschäftigte regelmäßig dazu, sich zu gewerkschaftlichen Protestaktionen im Care-Sektor zusammenzuschließen. Yalç-n Kutlu beleuchtet in seiner Studie die Streiks pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, die sowohl als klassischer Arbeitskampf als auch als Anerkennungskonflikt zu betrachten sind - ein Widerstand gegen die historisch gewachsene Abwertung von Sorgearbeit im Kapitalismus. Auf Basis qualitativer Gruppendiskussionen und Expert:inneninterviews zeigt die Studie, wie Erfahrungen der Missachtung, Berufsethos, geschlechterspezifische Diskriminierung und gemeinsame Deutungen ineinandergreifen und gewerkschaftliche Handlungsfähigkeit entstehen lassen. So trägt die Untersuchung zugleich zur Weiterentwicklung der arbeitssoziologischen Anerkennungstheorie und zur Analyse kollektiver Organisierung in weiblich dominierten Sorgeberufen bei.
Yalç-n Kutlu, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am IMU Institut Stuttgart.
Inhalt 1 Einleitung 1.1 Fragestellung und Suchthesen 1.2 Untersuchungsgegenstand und Forschungsfelder 1.3 Aufbau der Studie
Teil I Konzeptioneller Ansatz 2 Theoretische Grundlagen 2.1 Anerkennungskonflikte in der Arbeit - warum Anerkennung? 2.2 Die leistungsbezogene Anerkennungsordnung einer Gesellschaft 2.3 Arbeitssoziologische Einordnung von Care-Arbeit 2.4 Sorge-, Erziehungs- und Bildungsarbeit als Interaktionsarbeit
Teil II Empirische Analyse 3 Methode 3.1 Gruppendiskussionen als Methode 3.2 Durchführung, Erhebung und Auswertung der Gruppendiskussionen 3.3 Fallauswahl, Sample und Reichweite der Befunde 4 Reformen in Kitas, Branchenentwicklung und gesellschaftliche Dynamiken 4.1 Sozialinvestition, Quasi-Vermarktlichung und Kinder als 'Humankapital' 4.2 Neuaushandlungen von Geschlechterverhältnissen und Sorgearbeit: vom fordistischen Geschlechtervertrag zum 'Adult-worker'-Modell 4.3 Bildungspolitische und ökonomische Bedeutung von Kitas 5 Gruppendiskussion I 5.1 Teilnehmer:innen-Zusammensetzung und Dramaturgie der Gruppendiskussion 5.2 Der Einstieg in die Gruppendiskussion: Fachkräftemangel im Zentrum 5.3 Konsensbildung und Gruppenmeinung zum Thema Arbeits- und Rahmenbedingungen 5.4 Neue Bildungsanforderungen führen zu erhöhtem Druck auf die Arbeitsbedingungen 5.5 Emotionale Belastung durch die Diskrepanz zwischen Berufsethos und Rahmenbedingungen 5.6 Anerkennungsverhältnisse in Kitas: Anerkennungs- und Missachtungserfahrungen von pädagogischen Fachkräften 5.7 Die Unsichtbarkeit von Arbeit und Leistung 5.8 Streik und Streikmotive 6 Gruppendiskussion IV 6.1 Teilnehmer:innenzusammensetzung und Dramaturgie der Gruppendiskussion 6.2 Gewerkschaften und Streiks 6.3 Der Einstieg in die Gruppendiskussion: nicht-standardisierte Arbeitsprozesse und Fachkräftemangel 6.4 Konsensbildung und Gruppenmeinung zum Thema Arbeits- und Rahmenbedingungen 6.5 Neue Bildungsanforderungen führen zu erhöhtem Druck auf die Arbeitsbedingungen 6.6 Kontroverse Diskussion über Professionalisierung 6.7 Anerkennungsverhältnisse in Kitas: Anerkennungs- und Missachtungserfahrungen von pädagogischen Fachkräften 7 Zusammenfassung der Ergebnisse aus den vier Gruppendiskussionen und Expert:innen-Interviews: Anerkennungsverhältnisse in Kitas und Streikanalyse 7.1 Anerkennungsverhältnisse: Mikro-, Meso- und Makroebene 7.2 Streiks und Sorgearbeit 7.3 Der Kita-Streik 2009 7.4 Streikmotive
Teil III Fazit und Schlussfolgerungen 8 Fazit 8.1 Zentrale Ergebnisse der Untersuchung 8.2 Diskussion der Suchthesen 8.3 Schlussfolgerungen 8.4 Die strategische Nutzung von Machtressourcen 9 Schlussbetrachtungen und Ausblick 9.1 Hat sich eine anerkennungstheoretische Vorgehensweise bewährt? 9.2 Ausgewählte Felder künftiger Forschung 9.3 Umverteilung oder Anerkennung? 9.4 Für eine intersektionale Perspektive in der Arbeitssoziologie 9.5 Reflexionen zur Erneuerung von Gewerkschaften 9.6 Erweiterte Schlussbetrachtungen Literatur Abbildungen Tabellen Transkriptionsregeln Transkriptionszeichen Dank